Protokoll der Fachgruppe „Aufsuchende Familientherapie“, Oktober 2005
von Bernhard Schorn Last modified 16.12.2005 17:03
Zeit: 05.10.2005
Ort: Jahrestagung der DGSF in Oldenburg
Teilnehmer: 18 (siehe Anwesenheitsliste)
TOP 1: Protokollkontrolle
Das Protokoll aus Magdeburg wurde verabschiedet.
TOP 2: Bericht aus den Regionalgruppen
Aus allen vertretenen Regionen Deutschlands ( Brandenburg, Berlin, Hamburg, Baden-Württemberg, Mecklenburg- Vorpommern, Bremen und Niedersachsen ) wurde berichtet, dass sich die AFT nach vielen anfänglichen Widerständen und inhaltlichen Auseinandersetzungen zu einem etablierten Angebot der Jugendhilfe entwickelt hat . Insbesondere die „Rückläufe“ aus abgeschlossenen Aufsuchenden Familientherapien dienten als „Türöffner“ in den Jugendämtern, so dass dieses Hilfeangebot in zahlreichen Regionen gegenwärtig verstärkt nachgefragt wird.
Gleichzeitig wurde problematisiert, dass die Durchsetzung der Standards bei der Finanzsituation der öffentlichen Jugendhilfe immer wieder schwierig ist. Die Herabsetzung der Standards und Dumping- Preise einzelner Träger sind ein großes Problem und eine Gefahr für die Qualitätssicherung dieser Hilfe zur Erziehung.
Regionale Fachgruppen sind regelmäßig u.a. in den Regionen Köln/Bonn, Sachsen und Berlin aktiv.
TOP 3: Standards in der AFT
Alle TeilnehmerInnen betonten die Notwendigkeit , differenzierte Standards der FG innerhalb des Verbandes zu verabschieden und als wichtige Grundlage ihrer Zusammenarbeit mit den regionalen Jugendämtern zu verbreiten.
Konsens bestand bei den TeilnehmerInnen darüber, dass eine Voraussetzung ein Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss für die AFT ist.
TOP 3: Evaluationsergebnisse der AFT
Frank Wünsche stellte, basierend auf seinen Ausführungen in Magdeburg 2003, ausgewählte Ergebnisse einer Evaluierung der AFT in Leipzig vor. Sie wurde in Zusammenarbeit mit einer Diplomandin an der FHS erstellt. Von 2003 bis 2005 wurden ca. 180 Familien einbezogen. Eine Ergebnisevaluation erfolgte durch die Familien, die TherapeutInnen und die KollegInnen im ASD. Die entwickelten Fragebögen können bei Herrn Wünsche angefordert werden. Die Auswertung der Daten erfolgt durch das SPSS 10.
Rückläufe der Fragebögen:
- 1/3 der ASD- KollegInnen,
- 1. Katamnesetermin - 80% der Familien,
- 2. Katamnesetermin – rund 50% der Familien;
Ergebnisse von 39 Familien u.a.:
- 80% der Familien benötigten keine weitere Hilfe, in vereinzelten Krisensituationen erfolgte ein geringer „Nachschlag“ der AFT,
- 61% der Aufträge wurden vollständig und 39% teilweise erfüllt,
- große Erfolge gab es bei Aufträgen zur Beziehungsklärung und zur eigenständigen Lebensführung,
- In Fällen von Schulverweigerung ist es notwendig, konzeptionelle Weiterentwicklungen in Hinblick auf die Kooperation mit der Schule voranzutreiben
- Probleme der Paare - mit ihren entsprechenden Auswirkungen auf die Erziehung der Kinder - standen häufig im Fokus.
Fazit:
- ASD- KollegInnen sind in der Regel zufriedener als die TherapeutInnen selbst,
- Familien können ihre Situation sehr differenziert und genau einschätzen,
- Argumente zur Wirtschaftlichkeit gegenüber dem Jugendamt sind sehr überzeugend: 2002/03 wurde durch den AFT- Einsatz ein 6stelliger Betrag durch die Vermeidung von Fremdunterbringungen eingespart.
Diskussion:
- Evaluation ist ein schwieriges Thema, da diese nicht bezahlt wird und die Einbeziehung des ASD sich in anderen Regionen als schwierig erweist.
- Vorschlag: Könnten sich die Mitglieder der FG auf die Nutzung der Evaluationsbögen aus Leipzig einigen?
- Auswertung der Bögen erfordert die kreative Nutzung von Praktikanten, Diplomanden u.a., wobei die eigene Arbeit (erstellen der Eingabemaske über SPSS 10) und fachliche Kenntnisse Grundlage sein müssen (Z.B. bei der Frage, was ein Erfolg der Hilfe ist.);
TOP 4: Verabschiedung von Marie- Luise Conen als Sprecherin der FG
Marie- Luise Conen scheidet als Sprecherin der Fachgruppe AFT aus.
Ihr wurde herzlichst von den Fachgruppenmitgliedern gedankt. Die Mitglieder schätzten übereinstimmend ein, dass ohne das Engagement von Frau Conen und ihre vielfältigen Aktivitäten die aufsuchende Familientherapie sich nicht bundesweit entwickelt hätte und zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Hilfen zur Erziehung im Rahmen der Jugendhilfe geworden wäre.
Frau Conen wird als Gründerin weiter aktiv an der Arbeit der FG teilnehmen.
TOP 5: Wahl des Sprecherrates
Einstimmig wurden als SprecherInnen der FG benannt:
- Frau Johanna Frieden- Krieger aus Köln (logo-koeln@logo-koeln.de),
- Frau Dr. Angelika Golz aus Berlin (Dr.Angelika.Golz@t-online.de),
- Herr Frank Wranna aus Rostock (FrankWranna@t-online.de) und
- Herr Frank Wünsche aus Leipzig (triade-le@triade-le.de).
TOP 6: Verabredungen zu Arbeitsvorhaben
- Die Regionalgruppen verständigen sich zur Weiterentwicklung der Standards der AFT und melden ihre Ergebnisse an Frau Frieden- Krieger.
E-Mail: logo-koeln@logo-koeln.de
Daraus entwickeln die Sprecher einen abzustimmenden Vorschlag für das nächste
Treffen der FG und geben den Regionalgruppen darüber eine Rückmeldung.
- Die Regionalgruppen verständigen sich zu der Frage einer Zertifizierung und teilen den Sprechern ein Meinungsbild aus der Region mit.
- Marie- Luise Conen nimmt im Auftrag der FG zur Fernsehsendung „Super Nanny“
Stellung.
TOP 7: Treffen der FG 2006
Das nächste Treffen der FG AFT findet im Rahmen der DGSF- Jahrestagung in Leipzig
am Donnerstag, den 28.09.2006, von 14.00 bis17.00 Uhr statt.
Protokoll: A. Golz
