Fachgruppe Sucht
Seit der letzten Mitgliederversammlung am 14.09.2011 in Bremen gibt es einen neuen Versuch eine Fachgruppe Sucht in der DGSF zu etablieren. Wir würden uns über Resonanz per E-Mail sehr freuen und bei entsprechendem Rücklauf ein erstes Treffen der FG Sucht auf der DGSF-Frühjahrstagung am 24. März 2012 in Königswinter vorbereiten.
Bei einer im
Vorfeld durchgeführten Interessensanfrage der DGSF-Mitglieder zeigten sich
bereits 30 KollegInnen interessiert an dieser Fachgruppe. Zum Auftakt in
Bremen, gemeinsam mit Jochen Schweitzer, sind dann tatsächlich 4 TeilnehmerInnen
gekommen! Trotz der übersichtlichen
Teilnahme wurde die Gründung der FG Sucht beschlossen. KennerInnenn des Suchtthemas
ist klar: In diesem Feld braucht man einen langen Atem!
Es gibt bei
der Komplexität des Arbeitsgebietes viele Berührungspunkte mit anderen
Arbeitsfeldern, was ein stark vernetztes Vorgehen mit verschiedenen
Hilfesystemen und Berufsgruppen erforderlich macht.
Die Fachgruppensprecher
Bei der Größe
der Teilnehmerzahl waren 2 Fachgruppensprecher unumgänglich, um die
vielfältigen Anliegen und Themenbereiche zukünftig zu koordinieren.
Andreas Gantner; 51 Jahre , Geschäftsführer des
Therapieladen e.V. Berlin, Dipl. -Psychologe, Psychologischer Psychotherapeut.
Seit 22 Jahren in der Suchtarbeit tätig. Im Rahmen der BMG geförderten
INCANT-Studie (2005-2010) ausgebildet als Therapeut, Supervisor und Trainer in
Multidimensionaler Familientherapie (MDFT).
Harald Stickel, 51 Jahre alt, Geschäftsführer der AG
Drogen Pforzheim e.V., seit 26 Jahren in der Drogenarbeit, seit 6 Jahren
Gesamtleiter. Ausgebildeter Sozialarbeiter, therapeutische Ausbildung in Systemischer Therapie und integrativer Suchttherapie. Aktueller
Bezug: Durchführung eines Bundesmodell-Projektes Aufsuchende Familientherapie
mit riskant konsumierenden Jugendlichen und deren Familien von 08/2008 bis
07/2011 im Auftrag des BMG
Was sind unsere Ideen für die
Fachgruppe Sucht?
Zum einen
sind wir der Ansicht, dass Systemische Therapie und systemische Ideen durch
entsprechend ausgebildete KollegInnen in der Suchtarbeit (ambulant und
stationär ) genügend vertreten sind, dass sich deren Wirken aber noch nicht in den Ansätzen und der
praktischen Arbeit nachhaltig niederschlägt. Dies ist einerseits der Vielfältigkeit der Suchthilfe
sowie ihrer eher defizitorientierten Erklärungsmodellen geschuldet,
andererseits der nicht vorhandenen Anerkennung der Systemischen Therapie als
suchtspezifisches Verfahren (Rehabilitation) durch die
Rentenversicherungsträger.
Dabei geben aktuelle systemisch/suchtspezifische Projekte (INCANT/AFT-Projekt), an denen die Fachgruppensprecher beteiligt waren, Anlass zur Hoffnung, dass Bewegung ins Spiel kommt. Wie bereits in der Expertise zur „Wirksamkeit der Systemischen Therapie“ (von Sydow et al. ) gezeigt, sind es vor allem systemische Ansätze die aus dem Suchtbereich und der Behandlung von Kindern- und Jugendlichen kommen, die eine gute Evidenz aufweisen. Systemische Arbeitsansätze sind deshalb derzeit vor allem ein Thema der Jugend-Sucht-Hilfe.
Dieser Bereich an der Schnittstelle Jugendhilfe/Suchthilfe ist jedoch nur ein Teil des komplexen Feldes Sucht. Wir möchten deshalb gerne mit Ihnen/Euch in den Austausch treten, und Sie einladen zum Dialog mit uns und zum schrittweisen Aufbau der Fachgruppe Sucht mit all ihren Facetten und Schwerpunkten.
Wir, die Sprecher der Fachgruppe Sucht, möchten gerne über die Homepage der DGSF eine Plattform dafür bilden, um einen Austausch über unsere Ideen, aktuelle Fachartikel oder suchtspezifische systemischen Ansätzen zu transportieren. Dabei sind wir auf Ihre Unterstützung und Mitwirkung angewiesen, auch wenn eine persönliche Teilnahme an der Fachgruppe nicht (immer) möglich ist.
- Welche Ziele/Wünsche haben Sie an die Fachgruppe. Welche „Projekte“ sollte die Fachgruppe initiieren?
- Wo sehen Sie als Praktiker Einsatzmöglichkeiten der systemischen Arbeitsweise/Inhalte, was halten Sie für erstrebenswert?
- Welche Ansätze sind schon erprobt und haben sich bewährt?
Unsere ersten konkrete Ideen sind:
- Organisation eines Symposiums bei einer der großen Suchtfachkongresse mit Vorträgen über spezifischen systemischen Projekte und Forschungsergebnissen. Eine Möglichkeit wäre der Deutsche Suchtkongress in Berlin, der im Herbst 2012 stattfindet.
- Sammlung
suchtspezifischer Fachliteratur:
- Psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F10-F19) einschließlich Suchtstörungen: http://www.systemisch.net/Literaturliste/GF10.HTM
- Diagnostik / spezifische Beschwerden - Ausgewählte Themen - Sucht: http://www.if-weinheim.de/literatur/diagnostik-spezifische-beschwerden/ausgewaehlte-themen.html#02
Weiterhin
finden Sie im DGSF-Wissensportal einen Diskussionsbeitrag von uns zum Thema:
Die
„evidenzbasierte“ Wirksamkeit systemischer Behandlungsansätze in der Arbeit mit
jugendlichen Drogenmissbrauchern – und der merkwürdige Mangel in der praktischen
Anwendung.
Wir würden uns über Resonanz per E-Mail sehr freuen und bei entsprechendem Rücklauf ein erstes Treffen der FG Sucht auf der DGSF-Frühjahrstagung am 24. März 2012 in Königswinter vorbereiten.
Mit freundlichen Grüßen
Die Fachgruppensprecher
|
Andreas Gantner a.gantner@therapieladen.de |
Harald Stickel h.stickel@agdrogen-pf.de |
|
Therapieladen e.V. Berlin |
AG Drogen Pforzheim e.V. |

