Fachgruppe Systemische Supervision, Coaching und Organisationsberatung
*** DGSF-Fachtag "Coaching ist gut für das Immunsystem“ am 7.11.2011 - Infos, Folien zum Kongress u. Bilder s. unter "Aktivitäten" ***
Sprecher/Kontakt:
Rüdiger Beinroth
Oeynhausener Straße 7 B
32602 Vlotho
E-mail: r.beinroth|at|t-online.de
&
Gisela Keil
Schwerinstr. 17
50733 Köln
E-mail: nc-keilgi|at|netcologne.de
------------------------------------------------------
Willkommen zur Mitarbeit sind fachlich interessierte Kolleginnen und Kollegen, die Lust auf eine lebendige Gruppe haben, und sich an der weiteren Entwicklung der unten genannten Themenbereiche beteiligen wollen. Zurzeit hat die Fachgruppe 26 Mitglieder, die sich in unterschiedlicher Weise an der Arbeit der Fachgruppe beteiligen.
- Selbstverständnis und Aktivitäten -
Bereits auf der Gründungstagung 2000 in Dresden, ergriffen Gisela Keil, Anne Valler-Lichtenberg und Karin Bongers die Initiative, um eine DGSF-Fachgruppe Systemische Supervision ins Leben zu rufen. Das erste Treffen fand im Januar 2001 statt. Die Teilnehmenden verband ihr Interesse an fachlichem Austausch, Vernetzung, Verbands- und Berufspolitik, Konzeptentwicklung Systemischer Supervision und die Formulierung von Standards für Systemische Supervision. 2001 wurde die Gruppe in „Systemische Supervision, Coaching und Organisationsberatung“ umbenannt. Damit sollte die Verbindung dieser Bereiche in der Fachgruppe zum Tragen kommen und eine Zersplitterung in zu viele Fachgruppen vermieden werden.
Eine von der Fachgruppe mit Unterstützung des DGSF-Vorstandes und der Geschäftsführung durchgeführte Fachtagung fand 2006 in Heidelberg statt. Thema: „Systeme in Bewegung – Ein Fachtag der DGSF zu Sinn und Wirksamkeit Systemischer Supervision“. Zeitgleich erschien auch das von einer Arbeitsgruppe, unter Mitwirkung von Mitgliedern der Fachgruppe erstellte Verzeichnis der 280 zum damaligen Zeitpunkt von der DGSF-zertifizierten systemischen Supervisorinnen und Supervisoren.
Die Fachgruppe hat sich auf fast allen DGSF-Jahrestagungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten rund um die Systemische Supervision präsentiert, mit durchweg positiver Resonanz.
Seit 2009 wendet sich die Fachgruppe stärker auch dem Bereich Systemisches Coaching und Systemischer Organisationsberatung zu. Den Auftakt bildete die mit 30 Teilnehmenden gut gelungene Veranstaltung auf der Jahrestagung 2009 in Potsdam, mit den Themen:
- Schnittstelle Supervision und Coaching (Abgrenzung und Gemeinsamkeiten)
- Organisationsberatung oder Organisationsentwicklung - nur eine rhetorische Frage?
- Standortbestimmung innerhalb des Verbandes (Innenansicht und Außenwahrnehmung)
Weitere Aktivitäten:
- Workshopangebot auf der DGSF-Jahrestagung 2010 in Heidelberg, mit Dr. Astrid Schreyögg: Systemische Supervision und Systemisches Coaching - Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten -
- DGSF-Fachtag am 7.11.2011 in Zusammenarbeit mit
Kissel-Consulting „Coaching ist gut für das Immunsystem“
Vorträge, Fotos und Folien zum Kongress "Coaching ist gut für das Immunsystem": http://www.balance-fuers-leben.de/news.htm
In Planung:
- Weitere regionale Fachtage in Zusammenarbeit mit Mitgliedsinstituten zu den Themen Systemische Supervision, Systemisches Coaching, Systemische Organisationsberatung und Systemische Organisationsentwicklung.
Arbeitsweise:
- 2 – 3 Treffen pro Jahr in Köln, Frankfurt oder an anderen Orten; in der Regel von 11.00 bis 16.00 Uhr
- Strukturierte Tagesordnung mit klaren Beschlüssen und Arbeitsaufträgen
- Projektgruppen zu Themenschwerpunkten
------------------------------------------------------
Workshop auf der 10. Jahrestagung der DGSF in Heidelberg 2010, mit Dr. Astrid Schreyögg, Rüdiger Beinroth und Michael Stanislawski
„Systemische Supervision und Systemisches Coaching – Abgrenzungen und Gemeinsamkeiten“
Führungskräfte können und sollen nicht coachen.
Zwischen Supervision und Coaching gibt es 3 zentrale Differenzen:
- Die Zielgruppen sind unterschiedlich.
- Personalentwicklung
- Veränderung von unten
Zu 1.: Coaching zielt primär auf Personen mit Steuerungs- und Managementfunktionen und auf Vorgänge in der Organisation.
Der Coach benötigt Wissen über Management und Organisation.
Der Supervisor benötigt Wissen über professionelle Interaktionen, ihrer Gestaltung und ihrer Störungen im Kontext.
Die Wissensbestände beider Formate müssen sich aber überschneiden.
Zu 2.: Supervision akzentuiert traditionell die „Personenentwicklung“, d.h. die Förderung des Professionellen als Mensch.
Coaching akzentuiert traditionell die Personalentwicklung, d.h. die Förderung des Professionellen als Funktionsträger.
Es gibt eine Überschneidung von Personen- und Personalentwicklung in den Formaten (z.B. Work-Life-Balance).
Es gibt eine unterschiedliche Historie beider Beratungsformen.
Supervision entwickelte sich aus der Sozialarbeit und der Psychotherapie über verschiedene Stadien (administrativ, therapeutisch, soziologisch).
Coaching entwickelte sich aus betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen.
Zu 3.: Veränderungsrichtung in der organisatorischen Hierarchie:
- Coaching strebt prinzipiell Veränderung von oben nach unten an.
- Supervision strebt Veränderungen von unten nach oben an.
- Kombination von beiden
Zur Zukunft der beiden Beratungsformen:
- Supervision hat sich etabliert.
- Coaching ist dabei, sich zu etablieren.
Zur Zukunft von Supervision verweist Astrid Schreyögg auf Stefan Kühl: Coaching und Supervision.
Der Workshop war gekennzeichnet von einem munteren Frage – Antwort – Spiel, in dem deutlich wurde, dass die von Astrid Schreyögg vertretenen Ansätze mehr darstellen als eine systemische Erkenntnistheorie. So wurde mehrfach die Frage gestellt, was denn an den Ansätzen A. Schreyöggs systemisch sei. Sie antwortete darauf, dass selbstverständlich kein Ansatz ohne systemische Modelle von Organisation auskommen könne, gleichzeitig aber eine ausschließliche Verwendung von systemischen Modellen z.B. in der Supervision die Personenbezogenheit nicht ausreichend widerspiegeln würde. Zur Frage der systemischen Haltungen in ihren Ansätzen stimmte sie diesen zu und verwies auf Edgar Schein, einem Mitbegründer der Organisationsberatung.
Fazit: Ein hochinteressanter Workshop, der für Rüdiger Beinroth und Michael Stanislawki nicht leicht zu moderieren war. Die Gemeinsamkeiten zwischen den Ansätzen von Astrid Schreyögg und systemischer Theorie und Praxis wurden deutlich, die Unterschiede waren dagegen eher nur zu erahnen.
Literaturhinweise:
Kühl, Stefan (2008): Coaching und Supervision – Zur personenorientierten Beratung in Organisationen, VS Verlag, Wiesbaden
Schreyögg, Astrid (2009): Was heißt „systemisch“ in Supervision und Coaching?, Zeitschrift OSC Nr. 16, S. 86 - 100
Eindrücke von Klaus-Peter Langner, Dortmund
----------------------------------------------------
Bericht über das Diskussionsforum der Fachgruppe im Rahmen der DGSF-Jahrestagung in Potsdam im September 2009
Keine Frage des Honorars – Supervision, Coaching und andere
kleine Unterschiede
„Aus Sicht der DGSF sollte es darum gehen, den systemischen Ansatz an sich als Alleinstellungsmerkmal zu stärken“, so die einhellige Meinung der Teilnehmenden am Diskussionsforum der Fachgruppe Supervision, Coaching, Organisationsberatung (SCO) im Rahmen der DGSF-Jahrestagung in Potsdam im September 2009. Über die Unterschiede und Gemeinsamkeiten systemischer Ansätze in Supervision, Coaching, sowie Organisationsberatung und –entwicklung diskutierten fast 30 Interessierte – etwa viermal so viele wie im Vorjahr.
„Der große Andrang und die intensiven Debatten bestätigen die Aktualität der von uns gewählten Themen, mit denen wir explizit über den therapeutischen Tellerrand hinausblicken wollen, der sich im Verbandsnamen DGSF verbirgt“, erläutert der Sprecher der Fachgruppe Rüdiger Beinroth. Er referierte nach einer kurzen Begrüßung zu Schnittstellen zwischen Supervision und Coaching und lieferte damit den ersten von drei Beiträgen, mit deren Hilfe Zugänge zur Vielschichtigkeit des von der Fachgruppe gewählten Themas geöffnet wurden.
Im Laufe der sich anschließenden Diskussion schälte sich sehr schnell ein Konsens darüber heraus, dass die Unterscheidung zwischen den Beratungsformen in erster Linie durch die Erwartungshaltungen der Kunden geprägt wird. „Eine systemische Leitungssupervision unterscheidet sich für mich durch nichts von einem systemischen Leitungscoaching“, fasst Rüdiger Beinroth zusammen. Michael Stanislawski, geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Fort- und Weiterbildung (IFW) in München, bringt es auf den Punkt: „Aus Sicht der beratenden Seite ist letztlich das Erreichen der vereinbarten Ziele und Inhalte entscheidend und nicht, mit welchen Begriffen man den Weg dorthin bezeichnet.“ Beinroth und Stanislawski verweisen zwar darauf, dass der Begriff Supervision mehr im Non-Profit-Bereich und Coaching eher im Profit-Bereich zu finden sei. Schlussfolgernd legen sie allerdings nah: „Es geht darum, das Profil systemisch besser nach außen deutlich zu machen und weniger um die Frage, was Supervision und was Coaching ist“.
Prof. Dr. Friedrich Balck von der TU Dresden präsentierte nach der ersten Diskussionsrunde einen Einblick in die Geschichte der Organisationsentwicklung, sowie eine Abgrenzung zur systemischen Organisationsberatung. Während laut Balck die Organisationsentwicklung ursprünglich nicht personen-, sondern organisationszentriert gewesen sei, änderte sich dieser Ansatz seit den 1930er Jahren durch den Einfluss von Kurt Lewin und der Integration der Gruppendynamik. Dem entsprechend ziele die Organisationsentwicklung heute auf Veränderungen von Organisationen, hätte dabei stets die Mitarbeitenden im Blick, und zeichne sich außerdem durch klar umrissene Verfahren und Einsatzmöglichkeiten aus. „Der Begriff Organisationsentwicklung ist klar definiert“, so Prof. Balck aus Dresden, „für die systemische Organisationsberatung trifft das nicht zu.“ Die sich anschließende Diskussion machte deutlich, dass daher auch verbandsintern das Selbstverständnis des Systemischen weiter zu diskutieren bleibe – insbesondere vor dem Hintergrund der Entwicklungsaufgaben, vor denen die DGSF als Organisation steht.
Schließlich moderierte Anne Valler-Lichtenberg, Mitglied der Fachgruppe SCO und eine der drei SprecherInnen im Instituterat, eine Standortbestimmung innerhalb des Verbandes, indem sie die Forumsbesucher zum gemeinsamen Visionieren über die Rolle und Position von SupervisorInnen, Coaches und OrganisationsberaterInnen in der DGSF einlud im Sinne von „Wo sehen wir uns in fünf Jahren?“. Entsprechend dem Konsens der bisherigen Diskussionen brachten sich die Teilnehmenden insbesondere durch kreative Anregungen zur Stärkung des Systemischen Ansatzes ein. Visionen wie „die Fachgruppe wird durch einen Vertreter im Vorstand repräsentiert sein“, „im Kontext werden mehr Beiträge erscheinen, die sich mit den diskutierten Themenbereichen befassen“ oder „eine Liste systemischer Organisationsberater wird auf der Internetpräsenz der DGSF abrufbar sein“ betonten den Ansatz, verbandsintern gegenüber dem Therapeutischen eine stärkere und schärfer umrissene Präsenz zu zeigen. Gleichzeitig ergänzten Wünsche wie „Es wird mehr systemische Angebote in Wirtschaftsverbänden geben“ oder „Unternehmen werden von sich aus als Partner, Sponsoren oder Interessenten auf uns zukommen“ dieses Anliegen und lieferten Ansätze, auf welche Weise die Fachgruppe Supervision, Coaching, Organisationsberatung ihre Stellung ausbauen und die von ihr vertretenen Verbandsmitglieder unterstützen kann. Die Fachgruppe wird diese Diskussion am 4. Dezember in Köln wieder aufnehmen und weiterführen. Interessierte sind zur Mitarbeit hierzu herzlich eingeladen.
Autor/Gesamtmoderation: Carsten Hennig
------------------------------------------------------
DGSF-Fachgruppentreffen bei der Jahrestagung 2008 in Essen
Es war ein Erlebnis besonderer Art, sich als Fachgruppe „Systemische Supervision, Coaching und Organisationsberatung“ in Aktion zu erleben. Unser Thema war: „Feinheiten und Klippen bei Supervision und Coaching“. Zur wissenschaftlichen Jahrestagung der DGSF in Essen haben wir als Fachgruppe gemeinsam ein Treffen vorbereitet und gestaltet. Dies mit einer Leichtigkeit, die es uns erlaubte, unsere Ressourcen in passenden Intervallen durch herzliches Lachen einzubringen.
Karin Bongers eröffnete das Fachgruppentreffen, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und stellte die Geschichte und Aktivitäten der Fachgruppe "Systemische Supervision, Coaching und Organisationsberatung" vor. 2001 gründete sich diese Fachgruppe. Seither ist sie bei den Jahrestagungen der DGSF vertreten, hat bei der Entwicklung der Weiterbildungsrichtlinien für Supervision mitgearbeitet, ein Verzeichnis der Supervisorinnen und Supervisoren der DGSF erstellt und zwei Fachtage vorbereitet.
Gabriele
Schaal stellte das Thema vor: Aufträge
in der Supervision
Wer formuliert den Auftrag? Die Supervisanden, ein Team,
deren Chefs, die Institution oder geben sich SupervisorInnen selbst ihren
Auftrag?
Uns begegnen offizielle, verdeckte , kurzfristige,
einfache, doppelte, sich widersprechende Aufträge und Aufträge, an denen
unbenannte
Wünsche hängen. Mit einer kreativen Gestaltung im Raum konnte Gabriele
Schaal
in das Auftragschaos einen Überblick bringen. Hier zeigten sich offene
Entscheidungsmöglichkeiten bei jeder Auftragsart.
Der Austausch über unseren Umgang mit kuriosen und
gegensätzlichen Aufträgen, die uns bisher in der Supervisionspraxis begegnet
sind war anregend und erfrischend.
Rüdiger
Beinroth gab Inputs zu dem Thema: Gestaltung von Kontrakten in Supervision
und Coaching
Wozu Kontrakte? Wir kennen Kontrakte in Form von mündlichen
Absprachen bis hin zu schriftlich
geschlossenen Verträgen.
Sie dienen dazu,
klare Arbeitsbeziehungen, Arbeitsinhalte und gegenseitige Verbindlichkeiten zu
regeln. Rüdiger Beinroth erarbeitete mit der Gruppe Inhalte zum Kontrakt. So
kam zur Sprache, dass neben den Vertragspartnern, dem Vertrauensschutz, der
Zeitdauer und dem Honorar auch Vereinbarungen zu Ausfallgebühren besprochen
oder schriftlich festgehalten werden können.
Für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer wurden
Musterkontrakte ausgehändigt. Den meisten Teilnehmenden gefiel die Idee, im
Vertrag auch schriftlich fest zu halten, wie die Rückmeldungen aus der
Supervision verlaufen sollen. Die sehr breit gefächerten Erfahrungen im Umgang
mit Kontrakten belebten unseren Austausch.
Anne Valler-Lichtenberg beleuchtete das Thema Dauer von Coaching- und
Supervisionsprozesse
Ja, wie lange supervidieren Sie denn eine Gruppe?
Wir stellten uns entlang einer Timeline auf: - Mein kürzester Supervisions- oder Coachingprozess -
Anne
Valler-Lichtenberg moderierte den Austausch über
positive und gelungene wie auch über kritische bis dysfunktionale
Aspekte, die
wir im Hinblick auf die Prozessdauer beobachten konnten. So wurden im
Austausch Coachings, von einer einzelnen Sitzung bis hin zu einer
fachlichen Begleitung über viele Jahre benannt. Zwar kennen alle
Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Lehrsätze über die Dauer von
Supervisionsprozessen – „höchstens drei Jahre!“, doch die Praxis ist
differenzierter. Sie fragt nach harten und weichen Kriterien, mit Hilfe
derer
die Supervisionsdauer beweglich und genau passend gestaltet werden kann.
Die Atmosphäre während des Fachgruppentreffens war
locker und ermöglichte uns einen freien
Austausch. Wir hätten gut weiter diskutieren können, doch die Zeit war kurz.
Offen blieb die Frage: Wie gestalten sich – oder wie
gestalten wir - die Preise bei Supervision und Coaching? Sie kann
eventuell ein spannender Ansatz für das nächste Fachgruppentreffen sein.
Interessenten an der Fachgruppenarbeit, die sich als Mitglieder oder projektspezifisch engagieren möchten, sind herzlich willkommen. Wir freuen uns auch über Kooperationskonzepte, welche die Zusammenarbeit mit anderen Fachgruppen anregen.
Unser nächstes Engagement wird der Fachtag am 21.11.2008 in Weimar sein. Auch hierzu eine herzliche Einladung!
(Monica Streicher-Pachmann, Jena)

