Mehr als 220 Telnehmer beim 9. Paderborner Forum Psychiatrie
Last modified 22.12.2004 15:26
Vom 16. bis 17. November 2004 war das Westfälische Zentrum Paderborn Gastgeber für das 9. Forum mit dem Titel Psychiatrie und Familien: Welten begegnen sich!?! - Systemisch-familienorientierte Ansätze als Beitrag zur Qualitätsentwicklung der psychiatrischen Praxis.
Mit circa 220 Teilnehmern war das Forum in diesem Jahr besonders gut besucht, wobei sich dieses Mal zahlreiche Teilnehmer aus der Berufsgruppe der Pflegekräfte in Paderborn einfanden. Rund um die Themenstellung des Sympa-Projekts Systemische Methoden in der Psychiatrischen Akutbehandlung SYMPA ein Praxis-Forschungs-Projekt - waren die Vorträge und Workshops ausgerichtet auf eine Orientierung der Psychiatrie auf die Bedürfnisse von Patienten und ihren nächsten Angehörigen. Die sogenannte Familienorientierung als Stichwort fand ihren Niederschlag unter anderem in der Darstellung der Angehörigenvisite, der Behandlungsvereinbarung, der Bedürfnisse der Angehörigen im Prozess des trialogischen Miteinander. Erste Ergebnisse des Sympa-Projekts wurden vorgestellt und konnten den Nachweis erbringen, dass klinische Behandlung eine hohe Effektivität aufweist und zudem auch nach einem Jahr (Katamnese-Untersuchung) noch ihren Bestand hat.
Das Sympa-Projekt schließt in seiner grundsätzlichen Ausrichtung einen organisationsbezogenen sowie einen unmittelbar Therapie bezogenen Ansatz ein. Die gemeinsame Schulung von nahezu einhundert Mitarbeitern aus den drei Kliniken, aus unterschiedlichen Berufsgruppen, besonders der Pflege, wirkt sich in direkter Weise aus auf die organisatorischen Strukturen in einer klinischen Akutstation. Zusätzlich werden Theorie und Therapiebausteine vermittelt, die Eingang in die psychiatrische Alltagspraxis finden.
Die Veranstalter waren besonders erfreut über die Unterstützung der Tagung durch die beiden großen Bundesdeutschen Dachverbände Systemischer Therapie, die Systemische Gesellschaft und die Deutsche Gesellschaft für systemische Therapie und Familientherapie, deren erster Vorsitzender, Herr Dr. Rotthaus, das Eröffnungsreferat hielt. Beide Gesellschaften haben zudem erfreulicherweise die Durchführung der Katamnese-Untersuchung finanziell unterstützt.
Das Fest in der Kulturwerkstatt gab der Tagung einen ansprechenden Rahmen und Gelegenheit, sich in lockerer Runde mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Einrichtungen und untereinander auszutauschen.
Bernward Vieten
