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DGSF-Kontrovers: Welche psychotherapeutische Versorgung wollen wir?

Last modified 15.10.2008 12:00

Wie könnte ein kassenfinanziertes Psychotherapie-System aussehen, in dem sich der systemische Ansatz gut entfalten kann? Wie könnte seine Rolle in einer künftigen schulenübergreifenden Psychotherapie aussehen? Diese Fragen thematisiert bei der Jahrestagung in Essen das Symposium "DGSF-Kontovers".

Symposium: Donnerstag um 11:30 Uhr im Audimax: "Systemisch – integrativ – kassenfinanziert: Welche psychotherapeutische Versorgung wollen wir?" 


Aus der Ankündigung:

Mit „DGSF- Kontrovers“ soll in Essen erstmals auf einer DGSF-Jahrestagung ein aktuelles Thema, zu dem es im Verband mutmaßlich kontroverse Auffassungen gibt, am Donnerstag vor der Mitgliederversammlung ausführlich diskutiert werden.

Das Thema „Systemisch – integrativ – kassenfinanziert: Welche psychotherapeutische Versorgung wollen wir?“ gewinnt seine Bedeutung in folgenden aktuellen und längerfristigen Kontexten:
Die Systemische Therapie hat wichtige Teilerfolge  auf dem Weg zu einer Anerkennung in Deutschland erzielt, aber noch einen  weiten Weg vor sich. Zugleich warnen Stimmen in der systemischen Szene davor, sich auf die krankheitszentrierte Logik des Kassen­psychotherapiesystems einzulassen – auf ihre Diagnosenschlüssel, ihr Timing, ihre Abrechnungssysteme, ihr Gutachterverfahren. Auch gibt es Bedenken, ob die systemische Weiterbildung im Rahmen staatlicher Approbationsausbildung an Attraktivität, Prägnanz und berufsgruppenübergreifendem Charakter verlieren könnte.
Ein im März 2009 fertigzustellendes Gutachten für das Bundesgesundheitsministerium soll das Psychotherapeutengesetz von 1997 kritisch evaluieren und Neuvorschläge machen. Es soll u. a. bewerten, ob die Zulassung nach „Therapieschulen“ sinnvoll ist. Eine Alternative könnte – neben rein störungsspezifische Zulassungen, die kaum jemand will – eine schulenübergreifende Zulassung sein. Eine solche setzt schulenübergreifende Konzepte der Psychotherapie in Theorie, Praxis, Organisation, Finanzierung sowie Aus- und Weiterbildung voraus. Es gibt unterschiedliche Auffassungen, ob das Projekt einer „schulenübergreifenden Psychotherapie“ dem systemischen Denken mit seinen Haltungen und Praktiken einen angemessenen Platz im Gesundheitswesen verschaffen wird. Manche fürchten, der systemische Ansatz könne so „verwässert“ oder gar zu einem „Steinbruch“ gemacht wird, aus dem die bisherigen Richtlinienverfahren sich die „besten Stücke“ herausbrechen.

Moderation: Susanne Altmeyer, DGSF-Vorstandsmitglied
Diskutanten:
Reinert Hanswille, Institutsleiter ifs, Leiter der Jahrestagung
Alfred Kappauf, Präsident der Landespsychotherapeutenkammer Rheinland-Pfalz
Anni Michelmann, Berufspolitische Sprecherin der DGSF
Cornelia Oestereich, Vorsitzende der Systemischen Gesellschaft (SG)
Jochen Schweitzer, Vorsitzender der DGSF


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