Ambulante sozialpsychiatrische Versorgung von Kindern und Jugendlichen und deren Familien gefährdet
DGSF-Presseinformation, 23.9.2008
Die ambulante sozialpsychiatrische Versorgung von Kindern
und Jugendlichen und deren Familien ist akut gefährdet, wenn die so genannte
Sozialpsychiatrievereinbarung künftig nicht mehr gilt. Kinder- und
Jugendpsychiater können bisher qualifiziertes Personal in ihren Praxen anstellen
für Diagnostik, Therapie oder Elternberatung und Kooperation mit dem Umfeld
ihrer Patienten. Multiprofessionelle Teams in den Praxen haben so einen großen
Bedarf an ambulanter Behandlung erfolgreich gedeckt. Die Deutsche Gesellschaft
für Systemische Therapie und Familientherapie (DGSF) weist darauf hin, dass die
Kündigung der Sozialpsychiatrievereinbarung im Zusammenhang mit dem geplanten
Gesundheitsfonds eine zeitgemäße sozialpsychiatrisch orientierte Behandlung von
Kindern, Jugendlichen und ihren Familien innerhalb des Kassensystems künftig
unmöglich mache.
Der Verband der Familientherapeuten und dessen Arbeitskreis Systemische
Kinder- und Jugendpsychiatrie appellieren in einer Stellungnahme an die
verantwortlichen Gremien, die effiziente, aber personalintensive Arbeit in den kinder-
und jugendpsychiatrischen Praxen auch künftig zu ermöglichen. Ansonsten gebe es
einen „weiteren Schritt in die Zwei-Klassen-Medizin“, in der insbesondere
Kinder und Jugendliche aus sozial schwachen Familien kaum noch Chancen auf
familientherapeutische Behandlungen hätten.
Die Stellungnahme im Wortlaut im Internet:
www.dgsf.org/themen/berufspolitik/ambulante-sozialpsychiatrische-versorgung-von-kindern-und-jugendlichen-sicherstellen
verantwortlich:
Bernhard Schorn, DGSF
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