Moderne Jugendhilfe nicht auf Standards kontrollierender Fürsorgeerziehung zurücksparen
DGSF-Presseinformation, 17.6.2008
Moderne Jugendhilfe nicht auf Standards kontrollierender Fürsorgeerziehung zurücksparen
Diskussionsbeitrag der DGSF zur Situation in der Kinder- und Jugendhilfe anlässlich des 13. Jugendhilfetages in Essen
Jugendhilfemaßnahmen
sind wirkungsvoll und sogar „preisgünstig“, wenn man sie als „Zukunftsinvestitionen“
betrachtet. Sie ersparen ein Vielfaches an späteren gesellschaftlichen
Reparaturkosten. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Systemische
Therapie und Familientherapie (DGSF) hin in einem Diskussionsbeitrag anlässlich
des Deutschen Jugendhilfetages. Der Fachverband für Systemische Therapie und
Beratung betont, dass Kinder- und Jugendhilfe nicht nach vorgegebenen
Haushaltsplänen ausgerichtet werden dürfe, sondern nach dem Bedarf und dem Wissen
über effektive Unterstützung. Die DGSF ist auf dem Deutschen Kinder- und
Jugendhilfetag in Essen vom 18. bis 20. mit einem Stand vertreten.
In
der Kinder- und Jugendhilfe arbeiten viele Fachkräfte, die
systemisch-beraterisch oder familientherapeutisch weiterqualifiziert sind. Sie seien
besonders qualifiziert für die Arbeit mit Eltern oder den sozialen Netzwerken
von Kindern und Eltern. Wirkungsforschung in der Jugendhilfe zeige, dass gerade die
gelingende Zusammenarbeit mit Eltern den Erfolg von Jugendhilfemaßnahmen
wesentlich beeinflusse. Und nachhaltiger Kinderschutz gelinge nur im Dialog, so
die DGSF. Dazu sei allerdings eine ausreichende personelle und finanzielle Ausstattung
der Jugendämter nötig, ebenso wie eine vermehrte materielle Unterstützung von
Familien.
In ihrer
Erklärung schreibt die DGSF: „Die Jugendhilfe ist ein denkbar ungeeignetes
Feld, um vorgegebene Sparziele zu erfüllen. Sie darf nicht auf die Standards
einer eigentlich überwundenen, hauptsächlich eingreifenden und kontrollierenden
Fürsorgeerziehung ‚zurückgespart’ werden.“
Der
Diskussionsbeitrag der DGSF ist auf den Internetseiten des Verbandes
nachzulesen unter www.dgsf.org.
Direkter Link zum Diskussionsbeitrag
verantwortlich:
Bernhard Schorn, DGSF
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