Gedenken an Karin Bongers
Hier können DGSF-Mitglieder über die Funktion "kommentieren" eine Gedenknotiz zum Tode von Karin Bongers schreiben (einloggen erforderlich, bei fehlenden Zugangsdaten Mail an webmaster@dgsf.org) - oder den Text per Mail an schorn@dgsf.org, er wird dann hier "manuell" ergänzt.
Gisal Wnuk-Gette, Ehrenmitglied der DGSF, hat ihren persönlichen Nachruf als Brief an Karin Bongers formuliert.
Liebe Karin,
wir kennen uns schon ziemlich lange aus den frühen Jahren der DFS. Ich habe Dich als junge, engagierte, kritische Kollegin erlebt, die sich nicht scheute, Arbeit zu übernehmen, z.B. in der Kommission für die Anerkennung von Einzel-Mitgliedern. Im Jahr 1996 hast Du Dich zusammen mit einigen Kolleginnen vor-bereitet, den neuen Vorstand der DFS zu bilden, wo ich dann, eher ungeplant, als 1. Vorsitzende dazu kam. Wir haben uns in diesem Vorstand von 1996 bis 2000 gut zusammengerauft, einige innovative Ideen gehabt und umgesetzt und dann mit dem großen Wurf, der Fusion mit der DAF begonnen, wo Du wiederum aktiv und engagiert mitgearbeitet hast. Du warst mit viel Arbeitszeit und Engagement daran beteiligt, dass es die DGSF gibt.
Wir waren nicht immer einer Meinung, sowohl inhaltlich, vor allem aber bezogen auf das Wie des Vorgehens hatten wir unterschiedliche Vorstellungen.
Wir haben Auseinandersetzungen darüber nicht gescheut und ich habe es sehr
geschätzt, wie konsequent und dabei konstruktiv wir mit unseren Unterschieden
umgingen, wie sehr Du, liebe Karin, um Deine Position gekämpft hast und gleichzeitig meine und andere Positionen respektiert hast.
Liebe Karin, Deine erste Erkrankung liegt ja schon einige Jahre zurück, ich habe erleben können, wie aktiv Du den Kampf dagegen aufgenommen hast und ich habe in Gesprächen auch Deine zarte, sanfte Seite erfahren dürfen. Ich war froh darüber, dass Du die Krankheit besiegt hast und betroffen, als ich hörte, dass Du erneut erkrankt bist.
Zu diesem Zeitpunkt hatten wir nur noch wenig Kontakt und die kurzen Begegnungen im Rahmen von DGSF - Terminen waren nicht intensiv. Ich habe mich bei Anne Valler-Lichtenberg, mit der Du eine engere Beziehung hattest, immer wieder erkundigt, wie es Dir geht und Grüße gesandt, mehr leider nicht. Anne hat mir heute mitgeteilt, dass Du am Wochenende gestorben bist, für mich sehr unerwartet, da ich glaubte, Du schaffst es auch dieses Mal.
Ich finde es bedauerlich und bin traurig darüber, dass ich im letzten Jahr versäumt habe, Dich anzurufen und mit Dir darüber zu sprechen, wie es Dir geht oder Dir zumindest zu schreiben. So versuche ich mit diesem Brief auszudrücken, wie wichtig Du in unserem Verband warst und wie wichtig Du mir für eine lange Wegstrecke warst.
Ich behalte Dich in herzlicher Erinnerung! Gisal (Wnuk-Gette)
Wengen, 25.1.2012
31.1.2012
Nachruf der Fachgruppe Systemische Supervision, Coaching und Organisationsberatung in der DGSF
Mit Trauer und Bestürzung haben die Mitglieder unserer Fachgruppe die Nachricht aufgenommen, dass unser Fachgruppenmitglied Karin Bongers am Sonntag, 23. Januar verstorben ist. Karin war Mitbegründerin der DGSF und hat unmittelbar danach gemeinsam mit anderen DGSF-Mitgliedern unsere Fachgruppe ins Leben gerufen. Sehr früh schon hat sie die Aufgabe der Sprecherin übernommen. Sie hat viele Jahre mit großem Engagement und Kreativität die Fachgruppe vorangebracht. Die Workshops auf den jährlichen Fachtagungen der DGSF, die Fachtagung in Heidelberg und die Planung für die Fachtagung in Weimar sind Wegmarken die in ihrer Zeit gesetzt wurden. Mit Beginn ihrer Erkrankung 2009 bat sie darum, von der Aufgabe als Sprecherin entbunden zu werden. Sie blieb auch danach der Fachgruppe als engagiertes Mitlied verbunden. Unsere Anteilnahme gilt den Familienangehörigen und den Freundinnen und Freunden von Karin Bongers. Wir trauern mit ihnen und wünschen allen viel Kraft und Trost für die Zeit der Trauer.
Rüdiger Beinroth
Sprecher der Fachgruppe
31.1.2012
Liebe Karin,
Du wirst uns fehlen!
Du wirst uns fehlen als Supervisorin in unseren Weiterbildungskursen, Deine Klarheit und Strukturiertheit, Deine Zugewandtheit und Dein Blick auf die Stärken haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, wie sie uns immer wieder berichteten, sehr geschätzt und in den Supervisionen mit Dir genossen..
Du wirst uns fehlen als Streiterin für die systemische Sache. Du hast als Vorstandsmitglied in der DFS gearbeitet und die Gründung der DGSF vorbereitet, Du hast Dich im Fort- und Weiterbildungsausschuss der DGSF über viele Jahre engagiert. Du hast Dich in der Fachgruppe Supervision für die Verbreitung der Systemischen Supervision eingesetzt hat und nicht zuletzt Deine berufliche Tätigkeit gemeinsam mit Deinen Kolleginnen und Kollegen konsequent systemisch ausgerichtet.
Du wirst uns aber vor allem als eine Person fehlen, die uns insbesondere in den letzten Jahren in ihrem Umgang mit der Krankheit sehr imponiert hat. Die Offenheit, mit der Du über Deine Erkrankung und die dadurch bedingten Belastungen gesprochen hast, die Entschlossenheit, mit der Du Dich trotz allem dem Leben zugewandt hast, und die Entschiedenheit, mit der Du Deine weitere Arbeit geplant hast, haben uns tief beeindruckt.
Du wirst uns fehlen!
Heike, Ulrike und Wilhelm
(Heike Waldhausen, Ulrike von der Mosel, Wilhelm Rotthaus)
1.2.2012
Es ist als könnte es nicht wahr sein, dass Karin verstorben ist.
Sie war doch gerade noch da. Ich sehe sie noch kichern.
Es war einfach schön mit ihr in den Arbeitsgruppen Neues zu entwerfen und zu den Kongressfesten zu plaudern.
Jetzt ist da Trauer und ihr plötzliches Gehen ist so fassungslos, dass mir viele Worte noch fehlen.
Was ich schon sagen kann ist, dass ich froh und dankbar bin, Karin gekannt zu haben und dass ich sie gern in meinem Herzen behalte.
Monica Streicher-Pachmann
5.2.2012
Gedanken zu Karin
Meine 1. erinnerte Begegnung mit Karin war in einem Hotel in Dresden während eines DFS-Tages. Ohne viel voneinander zu wissen, verband uns schnell das Thema México.
Wir haben in verschiedenen Kontexten intensiv, kreativ und fröhlich miteinander gearbeitet: im letzten Vorstand des DFS, in der Fachgruppe Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung DGSF, in Workshops zu den Themen „Frauen und Leitung“, die wir gemeinsam gestaltet haben.
Viel Engagement, viel Power, viel Durchhaltevermögen und immer bereit, Ressourcen und Lösungen zu finden. Karins Interesse für Menschen und ihre Bereitschaft, in deren Sinne auch Unkonventionelles zum Leben zu erwecken.
Neben der Arbeit entwickelte sich unsere Freundschaft, die uns verbindende Lust zu reisen und zu tanzen.
Ich bin froh über die gemeinsame Zeit und traurig, nie wieder mit Karin auf einem DGSF-Tagungsfest bis zum Schluss tanzen zu können.
Anne Valler-Lichtenberg
7.2.2012
Ich habe Karin Bongers nicht sehr gut gekannt, doch immer wieder sind wir uns begegnet. Bei den Tagungen der DGSF, bei der Gremienarbeit im Weiterbildungsausschuß, bei Mitgliederversammlungen der DGSF, bei Seminaren im Neukirchener Verein. Ich wußte nichts von ihrer Erkrankung. Und so traf mich die Nachricht von Ihrem Tod völlig unerwartet.
Karin, ich werde Dich vermissen, die Gespräche mit Dir, die fachlichen Auseinandersetzungen, Dein wunderbar offenes Lachen, Deinen Humor und Deine immer zu spürende Lebensfreude. Und ein letztes Glas Wein mit Dir zu vorgerückter Stunde im Kreis der alten Häsinnen und Hasen. Du wirst uns allen fehlen.
Alexander Korittko


Gedanken an Karin
Wir hatten später nicht mehr so viel mit einander zu tun. So hat mich die Nachricht, dass Du Dich für immer verabschiedet hast, sehr überraschend erreicht.Im Andenken an die gute gemeinsame Zeit: Jochen Dittmer