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Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern verbessern – Fachtagung

Veröffentlicht: 12.05.2022, aktualisiert: 17.05.2022
Gemeinsam mit dem Bundeserziehungshilfeverband AFET, der DGPPN sowie Schatten und Licht e. V. veranstaltete die DGSF Anfang Mai 2022 die zweitägige fachpolitische Online-Tagung „Und wer fragt mich? Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern verbessern“.
Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern verbessern – Fachtagung

Visualisierung der Tagung durch Franziska Brauner (Ausschnitt)

In verschiedenen Formaten wurde die Situation der Kinder psychisch kranker Eltern beleuchtet, die aktuelle Ausgangslage von Hilfen diskutiert und die notwendigen Weiterentwicklungs- und Umsetzungsbedarfe mit Fachkräften, Politiker*innen, Wissenschaftler*innen und Betroffenenvertreter*innen diskutiert. Bundesfamilienministerin Lisa Paus wies in einer Videobotschaft zu der Veranstaltung darauf hin, dass das Thema in den Koalitionsvertrag aufgenommen worden sei und sie sich persönlich dafür einsetzen werde, dass Familien überall in Deutschland die systemübergreifenden Hilfen bekommen, die sie brauchen. Nach Vorträgen zur „Multiprofessionellen Versorgung“ (Prof. Silke Wiegand-Grefe, Hamburg und Prof. Sabine Wagenblass, Bremen) und „Voraussetzung einer gelingenden Kooperation und Netzwerkarbeit in den Kommunen“ (Prof. Eia Asen, London) folgten sieben Workshops zu „Leuchttürmen und Gelingensbeispielen“ SGB-übergreifender Hilfen für Familien.

Am zweiten Tag stand die politische Arbeit zur Umsetzung der Empfehlungen der Arbeitsgruppe Kinder psychisch- und suchtkranker Eltern (www.ag-kpke.de) von 2019 im Fokus. Zentral waren hier die Forderungen nach einer Familienorientierung und einer verbindlichen Finanzierung von Kooperationsleistungen in allen Sozialgesetzbüchern und der Finanzierung komplexer Hilfen sowie präventiver Hilfen für Kinder unterhalb der Diagnoseschwelle. Gelingende Projekte müssen strukturell verstetigt und in die Regelversorgung aufgenommen werden.

In einem engagierten Dialog von Vertreter*innen auf der Bundesebene des Gesundheitswesens, der Kinder- und Jugendhilfe, der Wissenschaft, der Gesetzlichen Krankenversicherungen und der Politik wurden gemeinsam mit einer Vertreterin der betroffenen Eltern, einer Vertreterin erwachsener Kinder erkrankter Eltern und einer aktuell betroffenen Familie notwendige nächste Handlungsschritte zusammengetragen.

Hoffnung machten die Aufträge der anwesenden Bundespolitiker*innen an die Verbände und die Fachöffentlichkeit: „Vernetzen sie sich mit der Politik und beziehen Sie Betroffene immer mit ein“, „Machen Sie weitere Veranstaltungen und werden Sie laut (!)“ und „Seien Sie die Augen und Ohren der Politik, rütteln Sie uns“. Das sind Aufträge, die die DGSF und andere Verbände gerne annehmen werden!

Schirmherrin der Veranstaltung war die Moderatorin und Schauspielerin Nova Meierhenrich. Eine Dokumentation der Ergebnisse der Veranstaltung auf den Internetseiten der veranstaltenden Verbände ist geplant.

Dokumentation der Veranstaltung

Zum Veranstaltungsflyer

 

Visualisierung: Franziska Brauner

Visualisierung eines Fazits der Tagung (Franziska Brauner)

ba, bs

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