Sie sind hier: Startseite / Aktuell / Meldungen / Kooperation zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen
Print

Kooperation zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen

Veröffentlicht: 01.07.2019, aktualisiert: 01.07.2019
Die DGSF und die Erziehungshilfe-Fachverbände BVkE, IGfH, EREV haben ein "Impulspapier zu den Voraussetzungen einer gelingenden Kooperation zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen" vorgelegt. Das Papier fußt auf den Arbeitsergebnissen der Fachtagung „Gemeinsam sind wir hilf-reich?!“, die die Erziehungshilfe-Fachverbände und die DGSF Ende November vergangenen Jahres in Köln ausgerichtet haben.

Im Rahmen der  gemeinsamen Fachtagung der DGSF und der vier Bundesfachverbände für Erziehungshilfen am 26. November 2018 in Köln wurden die Schnittstellen zwischen den Angeboten der Kinder-und Jugendhilfe, der Psychiatrie und der therapeuti­schen Heilberufe in den Fokus genommen. 
Eine gelingende Kooperation zwischen den Akteuren in der Jugendhilfe und im Gesundheitswesen ist eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen von Kindern.

Mit einem systemischen Blick auf die Ausgestaltung einer inklusiven Jugendhilfe ist neben einer Zusammenführung der Eingliederungshilfe und der Jugendhilfe auch die engere Vernetzung der beiden genannten Systeme mit dem Gesundheitswesen zu berücksichtigen. Dabei muss der sozialpädagogische Zugang deutlich erkennbar bleiben. Viele Kinder, Jugendliche, junge Menschen und Eltern befinden sich aufgrund ihrer psychischen, seelischen und physischen Belastungen an der Schnittstelle von Auffälligkeiten, Erkrankungen und Behinderungen und benötigen Hilfen aus den Systemen Jugendhilfe, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Erwachsenenpsychiatrie und Eingliederungshilfe.  Gleichzeitig stellen strukturelle Unterschiede und je eigene, komplexe Systemlogiken von Jugendhilfe und Gesundheitswesen sowohl Betroffenen als auch Helfer*innen oft vor große Herausforderungen für eine abgestimmte, schnelle wie passgenaue Hilfe im Einzelfall.

In dem als Arbeitsergebnis aus der Tagung jetzt hervorgegangenen, gemeinsamen „Impulspapier zu den Voraussetzungen einer gelingenden Kooperation zwischen Jugendhilfe und Gesundheitswesen“ werden sowohl auf der politische wie auch auf der fachlichen Ebene Impulse zur Weiterentwicklung von gesetzlichen Vorgaben und von systemübergreifenden fachlichen Standards formuliert. Dabei wird unter anderem gefordert:

  • Die Kooperation von Akteuren der Jugendhilfe, der Medizin und der Eingliederungshilfe  in den unterschiedlichen Sozialgesetzbüchern strukturell zu verankern.
  • Komplexleistungen von Jugendhilfe, psychiatrier Behandlung und Therapie für Kinder in der Heimerziehung und in ambulanten Hilfesettings auch komplex (Mischfinanzierung) und nicht im Additionsverfahren zu finanzieren.
  • Im Rahmen der Kooperation zwischen Gesundheitswesen und Jugendhilfe muss die Beteiligung der betroffenen Eltern und Kinder zentraler Bezugspunkt sein. Es müssen Methoden der Partizipation und Mitwirkung auch in therapeutisch-medizinischen Settings stärker entwickelt werden. 

Zum  Impulspapier

Aktuelle Meldungen RSS
13.07.2020

DGSF-Kinderschutzbroschüre, 2. Auflage

Im Herbst 2019 hatte die DGSF eine umfangreiche Broschüre "Systemischer Kinderschutz" vorgelegt, die schnell vergriffen war. Das rund 100 Seiten umfassende Heft liegt jetzt in einer zweiten, erweiterten Auflage vor. Hinzugekommen ist ein Kapitel „Kinderschutz bei sexueller Gewalt“. […]

07.07.2020

Hilfeplanung systemisch gestalten

Der Beginn des ersten gemeinsamen Zertifikatskurses "Hilfeplanung systemisch gestalten: sozialpädagogisch – prozesshaft – partizipativ" der beiden Landesjugendämter Rheinland und Westfalen-Lippe in Kooperation mit der DGSF wurde wegen der Corona-Krise verschoben auf Dezember. Anmeldungen sind noch bis 20. September möglich. […]

02.07.2020

Summer School online: Start des ersten Abschnitts am 3. Juli

Die 12. Internationale Summer School wird als Video-Konferenz jeweils freitags beginnend ab dem 3. Juli 2020 stattfinden, die Teilnahme ist kostenfrei und ohne Registrierung möglich! […]

01.07.2020

Systemische Therapie kann ab sofort mit den Krankenkassen abgerechnet werden

Die Systemische Therapie bei Erwachsenen ergänzt ab dem 1. Juli das psychotherapeutische Behandlungsangebot in Deutschland als viertes Richtlinienverfahren. Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung haben im "Erweiterten Bewertungsausschuss" im Juni die Vergütung festgelegt. […]

30.06.2020

7. Merseburger Tagung zur systemischen Sozialarbeit

Unter dem Titel „Ansichten wechseln – 7. Merseburger Tagung zur systemischen Sozialarbeit“ wird am 27. November 2020 eine Tagung in Merseburg stattfinden. Voranmeldungen sind ab sofort möglich. […]

Weitere Nachrichten …