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Neues Ehrenmitglied der DGSF: Maria Bosch

Veröffentlicht: 12.08.2022, aktualisiert: 12.08.2022
Der Vorstand der DGSF hat Maria Bosch zum Ehrenmitglied des Verbandes ernannt. Bereits 2003 hatte die DGSF einen nach ihr benannten Preis geschaffen, der bis 2014 jährlich an begabte Nachwuchskräfte verliehen wurde. Im Namen des DGSF-Vorstands würdigt Schatzmeister Matthias Richter die Familientherapie-Pionierin.
Neues Ehrenmitglied der DGSF: Maria Bosch

Maria Bosch; Foto: Familientherapie Zentral

Dr. Maria Bosch wurde 1940 geboren und gilt als eine der Pionierinnen der systemischen Beratung, Familientherapie, Supervision und Mediation im deutschsprachigen Raum. Mitte der sechziger Jahre begann sie eine psychoanalytische Ausbildung und fing an, sich mit familientherapeutischen Ansätzen in den USA zu beschäftigen. Schließlich studierte sie Familientherapie in den USA. Virginia Satir wurde die entscheidende Leitfigur und Lehrerin für Maria Bosch. Sie übersetzte in der Folge mehrere Bücher von Virginia Satir ins Deutsche und leistete damit entscheidende Beiträge zur Verbreitung des systemischen Ansatzes in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie erweiterte ihre therapeutischen Kompetenzen durch eine Ausbildung zur Gestalttherapeutin.

Ab Anfang der 1970er Jahre begann Maria Bosch, Weiterbildungen für systemische Familientherapie durchzuführen. 1975 gründete sie dafür ihr erstes Institut in Weinheim, dem 1985 das Institut „Familientherapie Zentral“ im Odenwald folgte. Bis zum Frühjahr 2022 hatte dieses Institut Bestand und zahlreiche Teilnehmende lernten von Maria Boschs Kenntnissen und Erfahrungen.

Durch ihre enge Verbindung mit Virginia Satir hatte sich Maria Bosch dem ganzheitlichen und entwicklungsorientierten Ansatz der systemischen Familientherapie verschrieben. Ihr war die Orientierung an den Prinzipien der Selbstorganisation, von Wertschätzung und Ressourcenorientierung und der Förderung von Selbstheilungskräften ihrer Klient:innen besonders wichtig. Stets rückte sie auch die Leitbegriffe „Selbstwert und Kommunikation“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit – ganz im Sinne ihres Vorbildes Virginia Satir. Ab den neunziger Jahren engagierte sich Maria Bosch auch als Mediatorin und leistete wichtige Beiträge zur Etablierung dieses Verfahrens der Konfliktklärung.

Auf der strukturellen Ebene engagierte sich Maria Bosch bei der Gründung der DFS (Dachverband für Familientherapie und systemisches Arbeiten) im Jahr 1983 und übernahm als Mitglied des Vorstandes Verantwortung. Im Jahr 2000 fusionierte die DFS mit der DAF (Deutsche Arbeitsgemeinschaft für Familientherapie) zur DGSF und Maria Bosch engagierte sich vor allem in der Instituteversammlung (IV). Als Mitglied des Innenausschusses der IV war sie maßgeblich an der Entwicklung der Akkreditierungsrichtlinien für die Institute in der DGSF beteiligt. Außerdem nahm sie an zahlreichen DGSF-Jahrestagungen teil und bot dort immer wieder Workshops zu unterschiedlichsten Themen an. Schon im Jahr 2003 wurde vom damaligen Vorstand der DGSF der Maria-Bosch-Preis eingeführt, der bis 2014 an begabte Nachwuchskräfte der systemischen Arbeit vergeben wurde. 

Maria Bosch hat sich große Verdienste für die Etablierung des systemischen Ansatzes im deutschsprachigen Raum erworben. Neben ihrer großen fachlichen Kompetenz fielen immer wieder ihre Hartnäckigkeit und Ausdauer auf, mit der sie ihre Anliegen verfolgte und sich auch noch im höheren Alter zahlreichen Herausforderungen stellte.

In Würdigung all dieser Verdienste hat der Vorstand der DGSF beschlossen, Maria Bosch zum fünften Ehrenmitglied der DGSF zu ernennen. Weitere Ehrenmitglieder der DGSF sind Wilhelm Rotthaus, Gründungsvorsitzender der DGSF, Marie-Luise Conen und Gisal Wnuk-Gette als letzte Vorsitzende der Vorgängerverbände der DGSF sowie Anni Michelmann, die über viele Jahre berufspolitische Referentin der DGSF tätig war.

Wir gratulieren herzlich zur Ehrenmitgliedschaft und wünschen Maria Bosch alles Gute!

für den Vorstand
Matthias Richter

 

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