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Systemischer Adventskalender

Veröffentlicht: 13.12.2018, aktualisiert: 13.12.2018
In Tom Levolds systemagazin.com gibt es in diesem Jahr wieder einen Adventskalender. Hinter dem aktuellen Türchen verbirgt sich ein Text des DGSF-Vorsitzenden Björn Enno Hermans: Eine systemische Dekade voraus – je zwei Szenarien zu drei Themenkomplexen – und was wir (vielleicht) beitragen könnten.

Zu drei zentralen Herausforderungen für die systemische Szene und deren Verbände skizziert Hermans knappe Zukunftsentwürfe.

"Systemische Therapie ist als psychotherapeutisches Verfahren sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche Teil der kassenfinanzierten psychotherapeutischen Versorgung in Deutschland. Es werden primär an originär systemischen Instituten mehr systemische Psychotherapeuten aus- und weitergebildet. Durch das Psychotherapiestudium an den Universitäten und die entsprechende Besetzung von Lehrstühlen mit Systemikern findet vermehrt systemische Forschung statt. Durch die systemische Therapie im Versorgungssystem verändern sich zunehmend auch Sichtweisen im Gesundheitssystem im Hinblick auf die Beachtung von Wechselwirkungsphänomenen etc." So sieht Hermans ein erstrebenswertes Szenario rund um die sozialrechtliche Anerkennung.

Für die Verbandsentwicklungen in einem weiter wachsenden Feld könnte es für ihn im Advent 2028 so aussehen: Den Verbänden ist es gelungen, alle Systemikerinnen und Systemiker weiterhin unter einem Dach zu vereinen und den wechselseitigen Profit unterschiedlicher Grundberufe und Anwendungsfelder zu sichern. Jugendhilfe und Soziale Arbeit erleben dies ebenso wie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aus dem Gesundheitswesen als große Bereicherung. Und:" Nach intensiven Diskursen auf allen Ebenen ist der Beschluss gefasst worden, dass eine verbandliche Einheit die systemische Idee in Deutschland noch weiter stärken könnte und in einem mehrstufigen Verfahren werden die beiden Verbände SG und DGSF zu einer Einheit zusammengeführt. Der Abschluss dieses Prozesses steht gerade unmittelbar bevor."

Als dritte Herausforderung sieht Hermans die Konsensbildung zur Frage, was denn „systemisch“ ist wie die Qualität des systemischen Arbeitens gesichert werden sollte. Sein Wunschbild: "Die Entwicklungen der letzten Jahre haben eine Verstärkung des theoretischen Diskurses in den Weiterbildungen und Verbänden mit sich gebracht. Es ist nicht mehr einfach alles 'systemisch' und die Entwicklung geht weg von einer Fokussierung auf Tools und Methoden – hin zu der wieder auflebenden Erkenntnis, dass es im Vergleich mit anderen theoretischen und psychotherapeutischen Zugängen um unterschiedliche Epistemologien geht und dass die konkrete methodische Intervention nur das 'letzte Glied in der Kette' eines Prozesses ist, der theoretischen Paradigmen und einer systembezogenen Hypothesenbildung folgt. Dieser theoretische Diskurs findet durch die Präsenz systemischer Psychotherapeuten nun auch verstärkt in den Einrichtungen des Gesundheitswesens statt."

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