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Systemischer Forschungspreis

Veröffentlicht: 08.06.2018, aktualisiert: 26.09.2018
Der Systemische Forschungspreis von Systemischer Gesellschaft (SG) und DGSF geht in diesem Jahr an Susanne Witte. Ausgezeichnet wird ihre Dissertation "Geschwister im Kontext von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung. Risikokonstellationen, Qualität der Geschwisterbeziehung und psychische Belastung".
Systemischer Forschungspreis

Dissertation von Susanne Witte

Geschwisterbeziehungen sind eine der engsten emotionalen Beziehungen im Leben von Menschen. Geschwister machen ähnliche, aber nicht gleiche Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie. Dennoch gab es bisher wenig Forschung zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Geschwistern im Hinblick auf Erfahrungen von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung während der Kindheit. Anhand einer Befragung von 4568 Erwachsenen sowie 870 Geschwisterpaaren zu ihren Kindheitserfahrungen werden von der Autorin Faktoren herausgearbeitet, die das Erleben von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung begünstigen. Hierzu zählen vor allem familiäre Belastungen, wie psychische Probleme der Eltern. Individuelle Faktoren hingegen haben nur eine geringere Vorhersagekraft. Darüber hinaus verweisen die Ergebnisse auf eine Verschlechterung der Geschwisterbeziehung in der Kindheit im Kontext von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit und im Erwachsenenalter. In einigen Konstellationen zeigen sich jedoch auch kompensatorische Effekte. Sowohl die eigenen Erfahrungen als auch die Erfahrungen des Geschwisters haben einen negativen Einfluss auf die psychische Befindlichkeit im Erwachsenenalter. Effekte der eigenen Erfahrung sind jedoch stärker ausgeprägt. Implikationen für die Praxis, wie die Abklärung einer möglichen Gefährdung aller Kinder einer Familie und die Berücksichtigung von Geschwisterdynamiken im Rahmen von Hilfeplanung und Therapie, werden dargestellt.

Dr. phil. Susanne Witte hat an der Ludwigs-Maximilians-Universität München promoviert. Betreut wurde ihre Dissertation von Prof. Dr. Sabine Walper und Prof. Dr. Jörg M. Fegert. Susanne Witte arbeitet als Forscherin am Deutschen Jugendinstitut e.V. sowie an der Klinik für Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm.

Der mit 3.000 Euro dotierte gemeinsame Forschungspreis von DGSF und SG wurde am 6. Juni bei der Mitgliederversammlung der SG in Köln verliehen.

Mehr zum gemeinsamen Forschungspreis.

Pressemitteilung zur Verleihung

Zusammenfassung der Arbeit

Mehr Infos zur Veröffentlichung: www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/buecher/produkt_produktdetails/35802-geschwister_im_kontext_von_misshandlung_missbrauch_und_vernachlaessigung.html

 

 

 

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