Sie sind hier: Startseite / Aktuell / Meldungen / Systemischer Forschungspreis
Print

Systemischer Forschungspreis

Veröffentlicht: 08.06.2018, aktualisiert: 08.06.2018
Der Systemische Forschungspreis von Systemischer Gesellschaft (SG) und DGSF geht in diesem Jahr an Susanne Witte. Ausgezeichnet wird ihre Dissertation "Geschwister im Kontext von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung. Risikokonstellationen, Qualität der Geschwisterbeziehung und psychische Belastung".
Systemischer Forschungspreis

Dissertation von Susanne Witte

Geschwisterbeziehungen sind eine der engsten emotionalen Beziehungen im Leben von Menschen. Geschwister machen ähnliche, aber nicht gleiche Erfahrungen in ihrer Herkunftsfamilie. Dennoch gab es bisher wenig Forschung zu Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Geschwistern im Hinblick auf Erfahrungen von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung während der Kindheit. Anhand einer Befragung von 4568 Erwachsenen sowie 870 Geschwisterpaaren zu ihren Kindheitserfahrungen werden von der Autorin Faktoren herausgearbeitet, die das Erleben von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung begünstigen. Hierzu zählen vor allem familiäre Belastungen, wie psychische Probleme der Eltern. Individuelle Faktoren hingegen haben nur eine geringere Vorhersagekraft. Darüber hinaus verweisen die Ergebnisse auf eine Verschlechterung der Geschwisterbeziehung in der Kindheit im Kontext von Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung in der Kindheit und im Erwachsenenalter. In einigen Konstellationen zeigen sich jedoch auch kompensatorische Effekte. Sowohl die eigenen Erfahrungen als auch die Erfahrungen des Geschwisters haben einen negativen Einfluss auf die psychische Befindlichkeit im Erwachsenenalter. Effekte der eigenen Erfahrung sind jedoch stärker ausgeprägt. Implikationen für die Praxis, wie die Abklärung einer möglichen Gefährdung aller Kinder einer Familie und die Berücksichtigung von Geschwisterdynamiken im Rahmen von Hilfeplanung und Therapie, werden dargestellt.

Dr. phil. Susanne Witte hat an der Ludwigs-Maximilians-Universität München promoviert. Betreut wurde ihre Dissertation von Prof. Dr. Sabine Walper und Prof. Dr. Jörg M. Fegert. Susanne Witte arbeitet als Forscherin am Deutschen Jugendinstitut e.V. sowie an der Klinik für Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie des Universitätsklinikums Ulm.

Der mit 3.000 Euro dotierte gemeinsame Forschungspreis von DGSF und SG wurde am 6. Juni bei der Mitgliederversammlung der SG in Köln verliehen.

Mehr zum gemeinsamen Forschungspreis.

Pressemitteilung zur Verleihung.

Mehr Infos zur Veröffentlichung:  www.beltz.de/fachmedien/sozialpaedagogik_soziale_arbeit/buecher/produkt_produktdetails/35802-geschwister_im_kontext_von_misshandlung_missbrauch_und_vernachlaessigung.html

 

 

 

Aktuelle Meldungen RSS
20.08.2018

Ergebnisse der jüngsten Coaching-Umfrage bei „RTC-Online“

Am 28. August stellt Jörg Middendorf die Ergebnisse der aktuellen Coaching-Umfrage bei "RTC-Online" vor. RTC-online ist ein Angebot des Roundtable der Coachingverbände, mit dem ein monatliches, kostenfreies und offenes Online-Forum mit fachlicher Information und Diskussionen per Video-Konferenz angeboten wird. […]

16.08.2018

Kindergrundsicherung

Die Arbeits- und Sozialminister beraten über Kindergrundsicherung. Die Arbeits- und Sozialministerkonferenz (ASMK) will noch in diesem Jahr ein Konzept für deren Einführung vorlegen. Das Bündnis Kindergrundsicherung hat in einer heutigen Pressemitteilung "Kriterien für eine mutige Reform" benannt. […]

13.08.2018

Sozialrechtliche Anerkennung: Faktencheck

Was bedeutet eine sozialrechtliche Anerkennung der Systemischen Therapie, über die der Gemeinsame Bundesausschuss berät, für Systemikerinnen und Systemiker, die in der Jugendhilfe oder Sozialen Arbeit tätig sind? Birgit Averbeck und Kerstin Dittrich von der DGSF und Franziska Schmidt und Sebastian Baumann von der SG beantworten in ihrem gemeinsamen "Faktencheck" Fragen der Verbandsmitglieder. […]

Gemeinsamer Bundesausschuss soll über Systemische Therapie entscheiden
07.08.2018

Gemeinsamer Bundesausschuss soll über Systemische Therapie entscheiden

Seit 24. Mai 2017 liegt der Abschlussbericht „Systemische Therapie bei Erwachsenen als Psychotherapieverfahren“ des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) vor. Bei sieben psychischen Störungsbereichen, so nennt es das IQWiG, wurde der Nutzen der Systemischen Therapie festgestellt. Die Entscheidung steht bis heute aus. Ein Kommentar dazu von Sebastian Baumann im "Observer Gesundheit". […]

06.08.2018

Onlinebefragung zu Beschlussvorlagen

Im Vorfeld der im September anstehenden Mitgliederversammlung holt die DGSF in diesem Jahr erneut innerhalb der Mitglieder ein Meinungsbild zu den Anträgen per Onlinebefragung ein. […]

Weitere Nachrichten …