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Weisheit, Wahnsinn, Torheit und Familie

DGSF-Fachtag mit Ronald D. Laing in Kooperation mit tandem Institut in Freiburg
Wann 25.02.2021
von 18:00 bis 19:30
Wo Freiburg
Name
Kontakttelefon +49 (0) 761 – 45 89 56 33
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Ronald D. Laing – Weisheit, Wahnsinn, Torheit und Familie

Ronald D. Laing (* 7. Oktober 1927, † 23. August 1989) war einer der großen Vorväter der systemischen Psychotherapie und zählt zu den wortmächtigsten „Stimmen der Erfahrung“: Seinen Ideen, Gedanken und Büchern kommt heute wieder eine hohe, ja eine doppelte Aktualität zu.

  • Ronald D. Laing setzte sich professionell für die Gestaltung einer systemischen Psychotherapie ein. Laing geht es im Kern darum, die Erfahrung der Person in den Mittelpunkt seiner Untersuchungen und Praxis zu stellen. Gleichzeitig sieht er die großen Schwierigkeiten, die damit verbunden sind: Die Erfahrung des Anderen wird grundsätzlich nie der unmittelbaren Erfahrung des Selbst zugänglich sein. Er begründet die interpersonale Phänomenologie, eine Methode zur Beschreibung dessen, was sich zwischen Personen, also auch zwischen Therapeut*in und Patient*in abspielt.
  • Politisch überzeugen Laings Analysen über die Ursachen der Zerstörung unserer Erfahrung, gerade jetzt, in einer Zeit, in der die destruktive Wucht des expansiven, ungebremst konsumorientierten, kapitalistischen Wirtschaftssystems für alle sichtbar und spürbar wird. Auch im Hinblick auf die weiter zunehmende und weltweite Vernichtung der Natur ist seine These, dass wir die reale Welt erst zerstören können, wenn wir sie vorher bereits in unseren Köpfen zerstört haben, von geradezu bedrückender Aktualität.
  • Laing wendet sich vehement auch gegen die Dominanz einer naturwissenschaftlichen „Erklärung“ der Welt und den Gefahren einer Verdinglichung „psychischer Störungen“. Er steht damit unmittelbar in der Tradition anderer großer, systemischer Vordenker wie Bateson, Maturana, Varela und Luhmann.

Doch wenn auch unsere Erfahrung verstümmelt oder zerstört sein mag, so gelingt dies doch nie vollkommen. Wir können „das Unbehagen in der Kultur“, den Schmerz des Verlustes von Ganzheit und die Sehnsucht nach einer großen Zusammengehörigkeit spüren. Wir erleben, wie verletzlich wir (und unsere Patient*innen) sind und verbergen dies im Zeitalter der Selbstoptimierung beschämt. Systemische Psychotherapie ist eine große Chance und gibt Grund zur Hoffnung, dass es immer möglich sein wird, den lebendigen Zugang zu unseren Erfahrungen zurückzugewinnen und wieder zur Sprache zu bringen.

 

Termin und Zeit

Donnerstag, 25. Februar 2021, 18.00 bis 19.30 Uhr

Weitere Informationen über diesen Termin…

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