Sie sind hier: Startseite / Aktuell / Termine / Termine / Fachgruppe Systemisch-lösungsorientierte Arbeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren
Print

Fachgruppe Systemisch-lösungsorientierte Arbeit im Kontext familiengerichtlicher Verfahren

Herzliche Einladung zum Fachgruppentreffen im Rahmen der DGSF-Jahrestagung in Oldenburg!
Wann 20.09.2018
von 18:15 bis 19:45
Wo Oldenburg
Name
Termin übernehmen vCal
iCal

Die Fachgruppe lädt zum Workshop "Grenzen der Mediation bei sogenannten hochstrittigen Eltern im Kontext familiengerichtlicher Verfahren" in Oldenburg ein.

Seit der Einführung des Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit am 01.09.2009 ist Mediation bezüglich strittiger Anträge in sogenannten Kindschaftssachen nunmehr offizieller Bestandteil zur Herstellung einer einvernehmlichen Regelung zwischen den „Beteiligten“. 

„Beteiligte“ sind in der Regel Eltern, aber auch andere Personen mit einem persönlichen Bezug zum Kind wie Großeltern, Pflegeeltern, soziale Eltern oder Personen und mit einem Fürsorgeauftrag für das Kind wie Vormünder und Ergänzungspfleger oder als Institution das Jugendamt.
Das Gericht soll nach § 156 FamFG in jeder Lage des Verfahrens auf ein Einvernehmen der Beteiligten hinwirken und geeigneten Fällen auf die Möglichkeit der Mediation oder der sonstigen außergerichtlichen Streitbeilegung hinweisen. Dies bedeutet zum einen, dass der Richter seine Verfahrensführung so gestaltet, dass Einvernehmen erzielt werden kann, wenn dies dem Wohl des Kindes nicht widerspricht.  Zum anderen unterliegen Verfahrensbeistände, Sachverständige und Anwälte als „Organ der Rechtspflege“ diesem grundsätzlichen Gebot.
Die Praxis sieht freilich oft anders aus, insbesondere Anwälte, aber auch übereifrige Fachkräfte gießen noch Öl  ins Feuer der streitenden Parteien, anstatt beim Löschen zu helfen.Die Praxis sieht freilich oft anders aus, insbesondere Anwälte, aber auch übereifrige Fachkräfte gießen noch Öl  ins Feuer der streitenden Parteien, anstatt beim Löschen zu helfen.

Die Idee des Gesetzgebers mit Beratung oder Mediation auf Einvernehmen hinzuwirken, ist grundsätzlich richtig. Allerdings zeigt die Praxis, dass beides oftmals nicht ausreicht, eskalierte Konflikte einzudämmen. Mediation, so kann unterstellt werden, ist hilfreich bei Parteien, die im Grundsatz eine gütliche Einigung suchen. Die Besonderheit von familiengerichtlich ausgetragenen Konflikten zwischen den Beteiligten, liegt aber gerade darin, keine Einigung herstellen zu wollen, da dem Konflikt eine maligine Beziehungsstörung zugrunde liegt (Stichwort Rosenkrieg). Der andere soll vernichtet oder wenigstens geschädigt werden, das ist das (heimliche) Ziel. Kollateralschäden wie die Beeinträchtigung oder gar Gefährdung  des Kindeswohl werden dabei in Kauf genommen oder übersehen.

Hier sind notwendiger Weise die Grenzen von Mediation - die Aushandlung von Interessengegensätzen -  erreicht. Damit das Kind hierbei nicht auf der Strecke bleibt und der soziale Friede halbwegs gesichert werden kann, muss auf besondere Formen der fachlichen Intervention zugegriffen werden. Dies sind zum einen Interventionsformen aus einem systemisch-familientherapeutischen Verständnis von Beziehungskonflikten heraus, die sich mit den Gründen hinter den Gründen beschäftigen und diese zu wandeln suchen (Ausgleichsrituale, etc.).
Zum anderen Interventionen klarer Struktur- und Rahmensetzungen für die Streitparteien durch das Familiengericht und der hierfür herangezogenen Hilfskräfte (so z.B. Umgangspfleger) und deren Durchsetzung und Sicherstellung - notfalls mittels staatliche Gewalt (Ordnungsmittel: Ordnungsgeld, Ordnungshaft).

Ordnungsmittel können als letztes Mittel der Konflikteindämmung sehr wirksam sein, müssen aber wohldosiert und fachlich gut begleitet werden, damit hieraus nicht eine Strafaktion um ihrer selbst entsteht, sondern ein Mittel der Hilfe insbesondere für das Kind und womöglich auch für die Streitparteien.

Im Workshop der Fachgruppe wird das Thema vertiefend aufgenommen.

Kontakt zu den FachgruppensprecherInnen

Fachgruppensprecher ist DGSF-Mitglied Peter Thiel
Stellvertretende Fachgruppensprecherin ist DGSF-Mitglied Andrea Scherding



« April 2018 »
April
MoDiMiDoFrSaSo
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30
abgelegt unter:

Termine in der Weiterbildungsdatenbank
Nach Weiterbildungen, Workshops oder Vorträgen von DGSF-Weiterbildungsinstituten können Sie gezielt suchen in der DGSF-Weiterbildungsdatenbank!