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Dies und Das

In dieser Rubrik finden Sie regelmäßig fachgruppenübergreifende aktuelle bunte Neuigkeiten aus dem Feld der Familien-, Jugend- und Sozialpolitik!

Position des  „Berufsverbands für Soziale Arbeit e.V.“ (DBSH)  für eine emanzipative und aktivierende Soziale Arbeit mit und für alte Menschen

Bisher wurde das Thema „Alter“ als gesellschaftliche Aufgabe und vor allem als Aufgabe für die Handlungsfelder Gesundheit und Pflege diskutiert. Im Laufe der Zeit wird nun immer deutlicher, dass Alter und die damit zusammenhängenden Lebensfragen sowie Lebenslagen auch Thema der Sozialen Arbeit sind. Die Hochschulen der Sozialen Arbeit sind gefordert, „Alter“ als Lebensphase mit seinen besonderen Anforderungen in die Curricula und als Aufgabe der Forschung aufzunehmen. Den Studierenden muss die Bedeutung der Sozialen Arbeit für und mit alten Menschen deutlich gemacht werden.  

Die Aufgabe der Profession Soziale Arbeit ist es, die alten Menschen in dieser Lebensphase zu unterstützen. Ihre Selbstbestimmung, Eigenständigkeit und Teilhabe sollen solange wie möglich erhalten und gefördert werden. Dies muss in enger Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen wie z.B. der Medizin und Pflege erfolgen. In Fragen der Menschenrechte und Berufsethik kann diese Zusammenarbeit für alle zu einem erweiterten Blick über die eigenen Fachschranken hinwegführen. Die Positionierung des  „Berufsverbands für Soziale Arbeit e.V.“ (DBSH)  für eine emanzipative und aktivierende Soziale Arbeit mit und für alte Menschen finden Sie unter https://www.dbsh.de/sozialpolitik/sozialpolitische-news/detail/erklaerung-des-dbsh-zur-sozialen-arbeit-fuer-und-mit-alten-menschen-trierer-erklaerung.html.

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Positionspapier der IGfH zu Rechtsanspruch auf „Leaving Care“
Verankerung notwendiger sozialer Rechte und Leistungen  für junge Menschen im Übergang

Die rechtliche Grundlage für eine Verbesserung der Situation der jungen Menschen, die die Heime, Pflegefamilien und Wohngruppen der Jugendhilfe wegen Volljährigkeit verlassen (Care Leaver), muss dringend verbessert werden. Dabei müssen nach Ansicht der Internationalen Gesellschaft für Erzieherischen Hilfen (IGfH) folgende grundlegende Eckpunkte berücksichtigt werden, die auch von der DGSF unterstützt werden, da sie unmittelbar in Verbindung mit einer guten Entwicklung in ein selbstbestimmtes Leben junger Menschen stehen. Unter anderem sind das:

  • Es müssen Ressourcen geschaffen werden für Anlaufstellen und nachgehende Hilfen für alle Fragen von Care in allen  Kommunen
  • nur die Care Leaver selbst dürfen die Beratung beenden
  •  Vollstationäre Hilfen dürfen von Jugendämtern nicht ohne Anschlusshilfe beendet werden
  •  Anspruch auf Begleitung in Schul-, Ausbildungs-, Berufs-und sonstigen Bildungsfragen
    • Der Kontakt mit Care Leavern muss gehalten werden und entsprechende Angebote gemacht werden. Es sind Ressourcen bereit zu stellen, damit bestehende gute Beziehungen zu ehemaligen Vormund*innen oder Pfleger*innen, Bezugsbetreuer*innen, Pflegeeltern oder sonstigen geeigneten Personen gepflegt und genutzt werden können. Zur Vorbereitung und Begleitung eines gelingenden Übergangs aus der stationären Jugendhilfe muss Biografiearbeit/Erinnerungsarbeit Bestandteil der Zusammenarbeit mit den jungen Menschen sein.

Im Rahmen einer Fachtagung zum Thema wurde eine Berliner Erklärung zu Care-Leaveing mit den entsprechenden Forderungen veröffentlicht, die gerne weiter verbreitet werden darf: https://www.igfh.de/cms/sites/default/files/Berliner%20Erkla%CC%88rung_Rechtsanspruch_Leaving_Care_18032019.pdf

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Mutmacher-Kalender

In der DGSF-Rundmail Jugendhilfe wird in der Regel keine Werbung für einzelne Produkte oder Fachliteratur gemacht. Hier mache ich jetzt ganz bewusst eine Ausnahme, da es sich um ein sehr gutes Beispiel positiver Öffentlichkeit für gelingende Jugendhilfe handelt, Fachkräfte motivieren und Kindern und Jugendlichen in den Hilfen zur Erziehung Hoffnung geben kann! Der Mutmacher–Kalender der Initiatoren „Klückskinder“ erscheint seit 2015. In ihm werden Menschen vorgestellt, die selbst in Einrichtungen der Jugendhilfe oder in Pflegefamilien aufgewachsen sind und danach ihren Lebensweg erfolgreich gestaltet haben. Mit dem Mutmacher-Kalender sollen jungen Menschen aller Altersstufen Mut gemacht und aufzeigt werden, was Menschen mit einer ähnlichen Vita geschafft haben und was alles möglich ist. Dafür werden jeden Monat inspirierende Menschen mit ihren Geschichten und Lebensmottos vorgestellt. Der Mutmacher-Kalender wurde bisher an ca. 2.000 Einrichtungen in ganz Deutschland verteilt und hat bisher etwa 10.000 Kinder erreicht. Nähere Informationen unter https://www.klueckskinder.de.  

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Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der UN-Kinderrechtekonvention

Am 13.02.2019 hat das Bundeskabinett den Fünften und Sechsten Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zur Umsetzung der UN-Kinderrechtekonvention der National Coalition verabschiedet (online unter https://www.netzwerk-kinderrechte.de).
 
Das 400-seitige Dokument fokussiert auf einschlägige Entwicklungen zur Stärkung und Umsetzung der Rechte des Kindes in Deutschland, beinhaltet die wichtigsten quantitativen Angaben zur Situation von Kindern in Deutschland und soll ab April in einer kinder- und jugendgerechten Fassung vorliegen. Erstmalig wurden im Vorfeld des Berichts Kinder und Jugendliche direkt in die Erstellung einbezogen und zu einzelnen Themen befragt.

Neben dem Staatenbericht bietet ein Ergänzender Bericht zivilgesellschaftlichen Vertreter*innen und Mitgliedsorganisationen der National Coalition Deutschland die Möglichkeit, ihre Perspektive auf die Umsetzung der Empfehlungen des letzten Berichts sowie zu neuen relevanten Themen in Bezug auf Kinderrechte in Deutschland vorzubringen. Die DGSF erwägt, eventuell eine Mitgliedschaft in der National Coalition zu beantragen.

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Stellungnahme "Respekt-Rente"

Hier finden Sie eine Stellungnahme der DGSF-Fachgruppe Armut-Würde-Gerechtigkeit und des gesellschaftspolitischen Sprechers der DGSF, Jochen Schweitzer, zu den aktuellen politischen Entwicklungen „an der anderen Seite des Lebens": Die „Respekt-Rente“: ein vielleicht noch unzureichender Schritt, aber in eine richtige Richtung, Februar 2019

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Abschlussbericht der Hamburger Enquete-Kommission „Kinderschutz und Kinderrechte weiter stärken“


Unter dem Titel „Kinderschutz und Kinderrechte weiter stärken“ wurde am 19. Januar 2019 der Abschlussbericht der Hamburger Enquete-Kommission vorgestellt. Nach zwei Jahren Arbeit des Expert*innengremiums konnten wichtige Zukunftsaufgaben des Kinderschutzes benannt werden. Der Bericht zeigt wichtige Aufgaben zur Weiterentwicklung der Kinderschutzpraxis auf – nicht nur für Hamburg.
Eine der zentralen Botschaften der Kommission besteht darin, Kinderschutzpraxis vor allem als eine professionelle Beratungs- und Beziehungsarbeit zu verstehen und diese im Dreieck von „Ressourcen, Regeln und Reflexion“ (Prof. Dr. Christian Schrapper) zu organisieren. Eine respektvolle, empathische Haltung und ein Dialog auf Augenhöhe sollten die Basis bilden für den Kontakt mit Familien in Krisen.
Um diesen hohen Anforderungen gerecht zu werden und sich ihnen gewachsen zu fühlen, brauchen Fachkräfte fundierte Kinderschutzkenntnisse und insbesondere Handwerkszeug für den oft schwierigen Kontakt im Konflikt. Hier könnte ein wichtiges Handlungsfeld für zertifizierte systemische Fortbildungen entstehen.

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Bündnis gegen Schütteltraum: neuer Film zur Prävention von Schütteltrauma


Der vierminütige Film „Wenn Babys schreien: Über das Trösten und Beruhigen“ vermittelt Eltern, warum Babys schreien und wie sie ihr Kind trösten können. Eine Möglichkeit ist, das Kind Schritt für Schritt dabei zu unterstützen, sich selbst zu beruhigen. Der Film ist veröffentlicht unter: http://www.elternsein.infohttps://youtu.be/hxA2ROG2r64. Mehr unter: https://www.fruehehilfen.de/grundlagen-und-fachthemen/schuetteltrauma/materialien-zum-schuetteltrauma/

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Flucht ist kein Verbrechen — Einladung zur Denkwerkstatt des Fachverbands Traumapädagogik am 23. Februar 2019 in Frankfurt am Main

Der Fachverband Traumapädagogik lädt ein zum aktiven und wirkungsvollen Widerstand gegen die Gleichgültigkeit und die Arroganz gegenüber der Anerkennung der Lebensleistung geflüchteter Menschen und der Menschen, die Wunden anerkennen und geflüchteten Menschen zur Seite stehen.

Neue Formen der Unterstützung von Menschen mit Fluchterfahrung  und die Sichtbarmachung der Lebensleistungen sollen gefunden und umgesetzt werden.

Weitere Informationen: https://fachverband-traumapaedagogik.org/news-117.html

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Start des Beratungsprojekts „Pausentaste – Wer anderen hilft, braucht manchmal selber Hilfe“

Das BMFSFJ startet mit dem Projekt  "Pausentaste" ein anonymes Hotline- und E-Mail-Angebot für Kinder und Jugendliche, deren Eltern chronisch krank, an Krebs erkrankt und z.B. alleinerziehend sind. Das Projekt richtet sich in erster Linie an Kinder und Jugendliche, die ihre Eltern pflegen. Aber auch Lehrer*innen, ambulante Pflegedienste, Schulsozialarbeiter*innen, Kliniken sowie Jugendorganisationen und die Öffentlichkeit sollen für die belastende Situation betroffener Kinder und Jugendlicher sensibilisiert werden. Angeboten wird ein persönlicher Kontakt, es werden Fragen beantwortet und im Rahmen von Peer-to-Peer-Beratungen von Jugendlichen für Jugendliche Hilfen organisiert. Das Projekt "Pausentaste" steht in Zusammenhang mit dem anonymen Beratungsangebot für Kinder und Jugendliche „Nummer gegen Kummer“. Hier der Link zu "Pausentaste".

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Union und SPD nehmen Hilfen für Kinder aus Suchtfamilien in den Koalitionsvertrag auf


Für die ca. drei Millionen Kinder suchtkranker Eltern in Deutschland zeichnet sich eine mögliche Verbesserung ihrer Versorgungssituation ab. Im Koalitionsvertrag haben sich Union und SPD die Beseitigung von Schnittstellenproblemen vorgenommen, die bisher einer Zusammenarbeit verschiedener Hilfesysteme im Wege standen.

Mit rund 120 Veranstaltungen und Aktionen in 69 deutschen Städten unterstreicht die bundesweite Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien (vom 11. bis zum 17. Februar 2018) die Forderung nach einem flächendeckenden, regelfinanzierten Hilfesystem. Hilfeeinrichtungen, Initiativen, Projekte und die Verbände der Sucht-Selbsthilfe erheben gemeinsam ihre Stimme für Kinder.

  • Presseerklärung zum Auftakt der neunten bundesweiten Aktionswoche (12. Februar 2018)

Statements zum Auftakt der Aktionswoche für Kinder aus Suchtfamilien

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DJI-Abschlussbericht zum Forschungsprojekt „Kultur des Hinhörens“ zeigt wirksame Wege der Prävention von sexueller Gewalt in stationären Einrichtungen 


Die Studie fasst zentrale Ergebnisse des gleichnamigen DJI-Forschungsprojekts (Laufzeit 2014 bis 2017) zusammen. Sie ist nicht repräsentativ, stellt jedoch eine der ausführlichsten Befragungen von Jugendlichen zu erlebter (sexueller) Gewalt im Kontext stationärer Einrichtungen der Jugendhilfe dar.

Weitere Informationen zum Projekt „Kultur des Hinhörens“ sowie den Abschlussbericht zum Download.

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Neue Gesetze 2017 mit Relevanz für die Jugendhilfe

Zum Ende der Legislaturperiode sind verschiedene Gesetze mit Relevanz für die Jugendhilfe verabschiedet worden. Dazu gehören:

Dieses Gesetz soll den Schutz des Berufsgeheimnisses beim Outsourcing von Dienstleistungen "praktikabler" machen. Nähere Hinweise zu dieser und einer weiteren Gesetzesänderung, die für Berufsgeheimnisträger relevant ist, finden Sie im Portal und Netzwerk "Vertraulichkeit & Datenschutz in der Beratung", direkter Link

Anbieter und verantwortlich für das Datenschutzportal ist DGSF-Mitglied Dr. Joachim Wenzel.

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Für Sozialarbeiter in der Jugendhilfe: Wichtige Stellungnahme der Kinderkommission des Deutschen Bundestages

Die Kinderkommission des Bundestages hat im Juli 2017 zum Themenkomplex Kinder- und Jugendhilfe eine Stellungnahme veröffentlicht. Sie enthält eine Reihe von Forderungen, die für Fachkräfte der Jugendhilfe von großer Bedeutung sind wie beispielsweise:

  • fachliche Mindeststandards und Fallobergrenzen
  • Anspruch auf Supervision
  • Tarifbindung für staatlich geförderte Beschäftigte bei Freien Trägern
  • Förderverpflichtung für infrastrukturelle Leistungen der Kinder-und Jugendhilfe
  • Verbot entwürdigender Erziehungspraktiken / Freiheitsentzug in der KJH
  • Erhöhung der Einkommen zur Attraktivitätssteigerung / Fachkräftemangel

 Link zur Stellungnahme

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Sonderthema „Ehe und Familie“ in „Das Parlament“ (Nr. 32/33)

In der Sonderausgabe der Zeitschrift „Das Parlament“ (Nr. 32/33) finden Sie u. a. eine Übersicht über die Parteipositionen zur Familienpolitik und Interviews mit Paul Lehrieder zum Thema „Kinderrechte ins Grundgesetz“ sowie ein Artikel „In der Armutsfalle“ zum Armutsrisiko von Alleinerziehenden. Die DGSF wurde über das Bündnis Kindergrundsicherung auf den Artikel aufmerksam gemacht. Link zur Sonderausgabe: http://epaper.das-parlament.de/2017/32_33/epaper/ausgabe.pdf