Sie sind hier: Startseite / Fachthemen / Familien-, Jugend- und Sozialpolitisches / Kinder psychisch kranker Eltern
Print

Kinder psychisch kranker Eltern

Bundesarbeitsgruppe beim Dt. Bundestag zur Situation von Kindern psychisch kranker Eltern

Das Thema Kinder psychisch kranker Eltern ist auch in der DGSF ein Schnittstellenthema zwischen den Systemen Jugendhilfe und Gesundheitswesen. Die Fachreferentin Birgit Averbeck hat sich in der Vergangenheit bereits in den Jahren 2008 bis 2015 mit dafür eingesetzt, das Thema in der Öffentlichkeit präsent zu machen und war an einer Expertenrunde des Bundesverbandes für Erziehungshilfen (AFET) beteiligt, welche die Situation der betroffenen Kinder und ihrer Familien in den Fokus genommen hat. Veranlasst durch diese Expertenrunde haben verschiedene Institutionen und Organisationen einen Antrag beim Dt. Bundestag gestellt, eine Sachverständigenkommission auf Bundesebene einzurichten und die gesetzlichen Rahmenbedingungen für präventive Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern zu schaffen. Die Politik hat das Thema aufgegriffen. Im Juni 2017 hat der Deutsche Bundestag über den interfraktionellen Antrag der CDU/CSU, SPD und des Bündnisses 90/DIE GRÜNEN „Hilfen für Kinder psychisch kranker Eltern"(DS 18/12780) beraten und ihn einstimmig beschlossen. Weitere Informationen zu dem Antrag entnehmen Sie dem Newsletter des federführenden Erziehungshilfe-Fachverbandes AFET.

Die zeitlich befristete interdisziplinäre Bundes AG unter Beteiligung der zuständigen Ministerien (BMFSFJ, BMAS, BMG), relevanter Fachverbände und Organisationen sowie weiterer Sachverständiger soll 2018 ihre Arbeit aufnehmen. Zurzeit sucht der AFET eine wissenschaftliche MitarbeiterIn für die Begleitung und Umsetzung des Projekts „Organisation und Geschäftsführung der „Bundes AG - Kinder psychisch kranker Eltern. Es wäre aus Sicht der DGSF wünschenswert, wenn ein/e Systemiker*in die Geschäftsführung übernehmen würde.  Die Stellenausschreibung finden Sie in der DGSF-Stellenbörse.

Die DGSF wird sich an dem Prozess beteiligen und ist von Seiten des Bundesverbandes für Erziehungshilfen dem Bundestag als einer der Fachverbände vorgeschlagen worden. Mitglieder, die perspektivisch an einer konkreten Mitarbeit zu dem Thema interessiert sind, melden sich bitte per Mail unter .

 

Aktuelles

Stand: Juni 2020

Netzwerk Kontext Familienpsychiatrie, Jugend- und Familienhilfe

Auch wenn es in den Ohren einer Systemiker*in wie Eulen nach Athen tragen klingt, betrifft eine psychische Erkrankung nicht nur den Patienten selbst, sondern auch dessen familiären Kontext. Das trifft besonders auf Kinder psychisch kranker Eltern zu: sie sind schwer belastet und haben ein hohes Risiko, selbst zu erkranken. Diese Familien sind häufig über Jahre mit verschiedenen Helfern aus Gesundheitswesen, Jugendhilfe und anderen Institutionen konfrontiert, die nebeneinander und nicht in einer abgestimmten Verantwortungsgemeinschaft handeln. Eine gute Kooperation zwischen der Jugendhilfe und dem Gesundheitswesen und die Auflösung der Versäulung der Grenzen der Sozialgesetzbücher bei gleichzeitiger Achtung der systemimmanenten Expertise und Autonomie  können ein guter Anfang sein für wirksame systemübergreifende Hilfen!  
Innerhalb der DGSF hat sich das Netzwerk „Kontext Familienpsychiatrie, Jugend- und Familienhilfe“ gebildet, welches mit einer Struktur quer bzw. vernetzend zu den Fach- und Regionalgruppen, Gremien und den „DGSF-Empfohlenen Einrichtungen“ das Thema verfolgt. Ca. 40 Interessierte haben sich bisher als Mitwirkende des DGSF-Netzwerkes zusammengefunden und sind dabei, aktuelle Themen aufzugreifen, Öffentlichkeitsarbeit aufzubauen und ein Netzwerkprofil zu entwickeln. Um Strahlkraft des Themas auf der Bundesebene zu erlangen ist geplant, das Netzwerk über die DGSF hinaus mit verschiedenen Verbänden und Fachgruppierungen aller SGB-Säulen (z.B. Erziehungshilfeverbände, öffentliche Jugendhilfe, Eingliederungshilfe, Sozialhilfe) sowie mit Betroffenengruppen zu vernetzen. Bereits jetzt engagieren sich auch Mitglieder des Schwesterverbandes der DGSF, der Systemischen Gesellschaft, des Fachreferats „Frauen- und Männergesundheit und Familienpsychiatrie und -psychotherapie“ der DGPPN (Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V.), der Interessengruppe „Familienpsychologie“ der DGPs (Deutsche Gesellschaft für Psychologie) und der Marcé-Gesellschaft für Peripartale Psychische Erkrankungen e.V..
Sie sind sowohl als Verband als auch als Einzelperson herzlich eingeladen, sich an der Umsetzung dieser Ziele zu beteiligen. Melden Sie sich gerne mit Anregungen, Fragen und Ihrer Bereitschaft, gemeinsam mit uns zu denken und das Netzwerk fachlich weiterzuentwickeln unter: .


Stand: Mai 2019

Broschüre "Leuchtturmprojekte: Unterstützung für Familien mit einem psychisch erkrankten Elternteil"

Der Dachverband Gemeindepsychiatrie stellt mit einer neuen Broschüre Leuchtturmangebote von Hilfen für Familien vor, in denen ein Elternteil psychisch erkrankt ist.

Entstanden ist die Veröffentlichung mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). In der Broschüre werden Aktivitäten gemeindepsychiatrischer Träger sowie eines psychiatrischen Krankenhauses vorgestellt, die seit vielen Jahren am Aufbau von konkreten Hilfen für diese Familien arbeiten. Sie haben interdisziplinäre Netzwerke geknüpft, um funktionsfähige, lebensweltorientierte und der Krankheitsbewältigung dienende Hilfen zu schaffen. Dabei spielen die Arbeit in multiprofessionellen Teams sowie der Aufbau einer verbindlichen Netzwerkstruktur für das gesamte Familiensystem eine wichtige Rolle. Gemeindepsychiatrische Träger, die im Dachverband Gemeindepsychiatrie organisiert sind, bieten meist Hilfen basierend auf unterschiedlichen Sozialgesetzbüchern an. Damit haben sie die Möglichkeiten, bei komplexen Bedarfen Unterstützung aus einer Hand anzubieten.

Die im vorangegangenen BMG-Förderprojekt in den Jahren 2017 und 2018 gesammelten Erfahrungen werden mit dieser Veröffentlichung einer breiten Fachöffentlichkeit zugänglich gemacht und unterstützen gemeindepsychiatrische und vielleicht auch andere Träger beim Aufbau lebensweltorientierter Komplexleistungen.

Hier können Sie die Broschüre "Leuchtturmprojekte" als PDF  runterladen: https://www.dvgp.org/themen-engagement/kinder-psychisch-erkrankter-eltern/leuchtturmprojekte.html