Sie sind hier: Startseite / Über uns / Fach- & Regionalgruppen / Fachgruppen / Systemische Sozialarbeit
Print

Fachgruppe Systemische Sozialarbeit

Nächste Fachgruppen-Veranstaltungen und Wahl der Sprecher*innen auf der DGSF-Jahrestagung 2019 in Hamburg!

fachgruppe-sozialarbeit|at|dgsf.org

Systemische Sozialarbeit

Sozialarbeit steht im psychosozialen Feld an der Schnittstelle vieler Professionen und bietet damit besondere Anknüpfungspunkte und Herausforderungen – gerade für SystemikerInnen. Sie umfasst so verschiedene Handlungsarten wie Kontrollieren und Eingreifen, Verhandeln und Moderieren, Vertreten, Beschaffen, Beraten und Begleiten, d. h. das professionelle „Einfach-nur-da-Sein“ (das einfacher klingt als es ist). Der systemische Ansatz bietet der Sozialen Arbeit sowohl für die Praxis als auch für das professionelle Selbstverständnis neue Zugänge.
Ein hoher Anteil der Mitglieder der DGSF sind SozialarbeiterInnen. Dennoch ist das Verständnis und die Anerkennung von Sozialarbeit als einem eigenständigen Arbeits- und Berufsfeld mit besonderen Anforderungen innerhalb der DGSF durchaus „ausbaufähig" – hieran möchte die Fachgruppe mitwirken.

 

Fachgruppentreffen

Die Fachgruppe besteht z.Zt. aus rund 40 Mitgliedern und ist für Neuzugänge offen (Mitgliedschaft in der DGSF ist keine Voraussetzung für die Teilnahme, die nicht mit Kosten verbunden ist). Sie trifft sich in der Regel auf den Jahrestagungen der DGSF, jeweils zu einem konkreten fachlichen Thema.

Diskutiert und angestrebt wurde in den letzten Jahren u. a. mehrfach, dass der Verband ein Zertifikat „Systemische Sozialarbeit“ für Weiterbildungen entwickelt, die ausdrücklich auf das breite Feld der Sozialen Arbeit (und nicht nur auf Beratung und Therapie) ausgerichtet sind und auch von SozialarbeiterInnen durchgeführt wird. Bislang fand diese Forderung bislang leider im Verband kein Gehör.

Zu dem 2018 in Oldenburg veranstalteten Forum „Systemische Sozialarbeit – in der DGSF nicht angemessen anerkannt?“ finden Sie hier Berichte und Ergebnisprotokolle

 

Die Fachgruppe auf der DGSF-Jahrestagung 2019 in Hamburg

Auf der Jahrestagung der DGSF vom 19. bis 21. September 2019 von Hamburg kommt die die Fachgruppe zweimal zusammen:

A) Fachgruppentreffen - Thema: Ohne Einverständnis – und trotzdem systemisch!
Donnerstag, 19. September 2019, 18.15 bis 19.45 Uhr, Ort wird noch mitgeteilt

In der Sozialen Arbeit beraten wir nicht nur, sondern verhandeln, moderieren, handeln stellvertretend oder beschaffen (z.B. Arbeits- und Kita-Plätze, Wohnungen, Kuren). Manchmal tun wir auch nichts von alledem, sondern sind einfach nur da, aufmerksam anwesend und abwartend. Und gar nicht so selten greifen wir in das Leben der KlientInnen ein, ohne dass diese das wollen. So werden wir gegen deren Willen tätig, wenn wir Kinder vor ihren Eltern „retten“, randalierenden Jugendlichen Hausverbot im Jugendclub erteilen, strafbares Verhalten anzeigen und Menschen, die sich selbst oder andere gefährden, daran hindern, dies auszuleben. Auf den ersten Blick erscheint dies alles sehr unsystemisch, aber auch hier kann man – Überraschung! – durchaus systemisch vorgehen. Wie das gehen kann, darüber werden wir uns im Workshop gemeinsam verständigen und austauschen – damit deutlich wird, dass der systemische Ansatz in der Sozialarbeit tatsächlich bei allen Handlungsarten angewendet werden kann.

ReferentInnen:
Bettina Fromageot, Leverkusen; Sozialarbeiterin B.A. und Systemische Familientherapeutin, tätig im Allgemeinen Sozialen Dienst im Jugendamt und in eigener Praxis, www.bettina-fromageot.de

Julia Hille, Magdeburg; Systemische Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin (M.A.), wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Nordhausen (Schwerpunkt: systemische Konzepte und Methoden) www.hs-nordhausen.de/studium/wiso/wissenschaftliche-und-projektmitarbeiter/j-hille/
Moderation: Johannes Herwig-Lempp, Halle; Systemischer Sozialarbeiter und Hochschullehrer, Fachgruppensprecher, www.herwig-lempp.de

Im Anschluss findet die Wahl eines/r oder mehrerer Fachgruppen-SprecherInnen (auch als Team) statt.

B) Forum zur Systemischen Sozialarbeit - Thema: Wenn der Wind des Wandels weht….. Welche Chancen und Herausforderungen bietet die Anerkennung der Systemischen Therapie für die Soziale Arbeit?
voraussichtlich am Freitag, den 20. September 2019, genauer Termin und Ort werden noch mitgeteilt

Im November 2018 wurde die Systemische Therapie sozialrechtlich anerkannt. Dies in erster Linie ein großer Erfolg für die erwachsenen Patient*innen. Sie können die Systemische Therapie jetzt in absehbarer Zeit auch ohne Eigenfinanzierung über die Krankenkasse bezahlt bekommen. Dafür haben sich die systemischen Verbände eingesetzt und eine Anerkennung für Kinder und Jugendliche zu erreichen wird der nächste Schritt sein. Es besteht einerseits die Hoffnung, dass „der systemische Geist“, und zwar insbesondere Werte und Haltungen und der Einbezug von sozialen und strukturell-gesellschaftlichen Kontexten, in die therapeutische Arbeit des Gesundheitswesens einfließen und andererseits das systemische Arbeiten auch in der Pädagogik, der Jugendhilfe und allen anderen Berufsfeldern der Sozialen Arbeit eine deutliche Aufwertung erfährt.

Gleichwohl stehen wir vor der Herausforderungen, eine Begegnung von systemisch arbeitenden Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagog*innen, Therapeut*innen und Psychotherapeut*innen aus dem Gesundheitswesen, der Jugendhilfe und der Sozialen Arbeit auf Augenhöhe zu gestalten. 

Wie kann zukünftig ein eigenständiges Profil der systemischen Sozialarbeit und der systemischen Therapie in den Berufsfeldern der Sozialen Arbeit in Kooperation mit approbierten Psychotherapeut*innen aussehen?

In dem Forum werden wir einen multiperspektivischen Blick auf unterschiedliche Zukunftsszenarien werfen und gemeinsam mit den Teilnehmer*innen u.a. an folgenden Fragen diskutieren:

  • Woran können wir auch in Zukunft in der Praxis eine gute Kooperation zwischen systemisch arbeitenden Sozialarbeiter*innen und Psychotherapeut*innen erkennen?
  • Welche strukturellen und gesetzlichen Vorgaben sind erforderlich, um interdisziplinär auf Augenhöhe mit Familien arbeiten zu können (Qualitätskriterien)?
  • Wo lauern verbandliche Fallen und welche Chancen einer konstruktiven innerverbandlichen Entwicklung bestehen?
  • Was kann die DGSF dazu beitragen, um eine heterogene systemische Hilfelandschaft, in der die verschiedenen Professionen auf Augenhöhe miteinander arbeiten können, zu entwickeln?
  • ….

Referent*innen: Dr. Marie-Luise Conen, Birgit Kaminski, Mathias Berg

Moderation: Birgit Averbeck und Johannes Herwig-Lempp

 

Wissenswertes über die Fachgruppe Systemische Sozialarbeit

Die Fachgruppe "Systemische Sozialarbeit" besteht seit der Gründung der DGSF im Jahr 2000. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter stellen eine große Gruppe innerhalb der DGSF dar. Die Mehrzahl der DGSF-Mitglieder sind SozialarbeiterInnen im Grundberuf. Systemische Ansätze wurden und werden in den verschiedensten Arbeitsfeldern der Sozialarbeit angewandt und weiterentwickelt. Anliegen der Fachgruppe ist es, die fachlichen Aspekte Sozialer Arbeit und die Interessen der Profession innerhalb der DGSF zu vertreten und zu einer fachlichen Weiterentwicklung beizutragen.
In den vergangenen Jahren fand dies vor allem in Form von Fachgruppentreffen auf den Jahrestagungen der DGSF stat. Sie hatten in der Regel ein Schwerpunktthema.

Die bisherigen Themen im Überblick:

2018:  DGSF-Zertifikat „Systemische Sozialarbeit“: Wozu?! und Systemische Sozialarbeit – in der DGSF nicht angemessen anerkannt? (Oldenburg)
2017:   Neutral oder parteilich? ... aus systemischer Sicht (München)
2016:   Wie „politisch" ist „systemisch“? (Frankfurt)
2015:   „Nazis raus!“ Zum systemischen Umgang mit Rechten (Magdeburg)
2013:   Die Macht der Sozialarbeiter_innen (Berlin),
2012:   Sozialarbeit ist anspruchsvoller als Therapie (Freiburg)
2011:   Systemisch und Zwang – geht das zusammen? (Bremen)
2010:   Die politische Dimension in der systemischen Sozialen Arbeit (Heidelberg)
2009:   „Wer sich nicht  wehrt, lebt verkehrt!?“ – Aber lohnt sich das überhaupt? (Potsdam)
2008:   Soziale Arbeit lernen: Die Entwicklung professioneller Berufsidentität aus systemischer Sicht
2007:   Mindestens sieben Möglichkeiten! Vielfalt als Konzept in der systemischen Sozialarbeit (Ulm/Neu-Ulm)
2006:   Innovative Projekte systemischer Sozialarbeit (Leipzig)
2005:   Systemische Sozialarbeit – selbstbewusst systemisch (Oldenburg)
2004:   Erzeugung und Konstruktion Systemischer Sozialarbeit (EFTA Berlin)
2002:   Professionelle Identität systemischer Sozialarbeit (Freiburg)
2001:   Was heißt hier eigentlich „systemische Sozialarbeit“ - und wozu eine Fachgruppe? (Dresden)

Die künftige inhaltliche Ausgestaltung der Fachgruppe liegt bei der/dem oder den Fachgruppen-SprecherInnen, die im September 2019 gewählt werden.

Für die Weiterentwicklung der systemischen Sozialarbeit innerhalb der DGSF brauchen wir eine engagierte Fachgruppe, deren Mitglieder aktuelle relevante Themen der Sozialarbeit aufgreifen, weiterdenken und innerhalb des Verbandes voranbringen. So geht es z.B. darum, wie die Bedarfe von SozialarbeiterInnen in ihren Berufsfeldern in Weiterbildungen besser abgedeckt werden können und die Soziale Arbeit innerhalb der DGSF zu mehr Anerkennung gelangen kann.

Nach rund 15 Jahren (2002 bis 2004, seit 2007) gibt Johannes Herwig-Lempp im Oktober 2019 sein "Amt" als Sprecher der Fachgruppe Systemische Sozialarbeit ab. Wir suchen Kolleginnen und Kollegen, die in der Fachgruppe Verantwortung übernehmen möchten, einzeln oder im Team. Zu ihren Aufgaben gehören u.a. die inhaltliche und organisatorische Planung der Fachgruppentreffen auf den DGSF-Jahrestagungen der DGSF (oder auch zwischen den Tagungen), die Unterstützung und Förderung weiterer Aktionen (z.B. von örtlichen Veranstaltungen oder Fachtagungen zur Systemischen Sozialarbeit), die Kommunikation mit den Mitgliedern der Fachgruppe und dem Vorstand (bspw. auf den Frühjahrstagung) und die Gestaltung dieser Webseite. Unterstützung erhalten sie durch die Fachreferentin für Jugendhilfe und Sozialarbeit der DGSF, Birgit Averbeck. Wie diese Aufgabe wahrgenommen und umgesetzt wird, bleibt denjenigen überlassen, die sie übernehmen. Für die Wahrnehmung der Aufgaben steht ein Budget in Höhe von bis zu 2.000 Euro im Jahr zur Verfügung. – Wer Interesse hat, melde sich bitte bei Johannes Herwig-Lempp oder Birgit Averbeck. Wir freuen uns auf Sie und Ihre Ideen. 

-----------------

 

Sprecher der Fachgruppe:
Johannes Herwig-Lempp
Ammendorfer Weg 115
06128 Halle
Tel. 0345/ 54 84 680
Mob. 0179/ 109 39 49
johannes@herwig-lempp.de
www.herwig-lempp.de

 

abgelegt unter: