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Idee des Netzwerks systemisch-qualifizierte Freiberuflerinnen und Freiberufler

Beschreibung der Überlegungen, die bei der Gründung dieses neuen Formats innerhalb der DGSF eine wesentliche Rolle gespielt haben.

Visionen der Gemeinsamkeit

Der Idee zu einem Netzwerk für Freiberuflerinnen und Freiberufler in der DGSF liegt neben ganz praktischen Überlegungen eine grundsätzliche Erfahrung zugrunde.

Wir Freiberufler*innen kommen nicht daran vorbei, uns gegenüber unseren Kolleg*innen, die ebenfalls den Markt bedienen, in irgendeiner Form zu positionieren. Es bieten sich uns dabei - oft bereits in der eigenen Biographie angelegt - zwei Konstruktionen besonders gerne an.

In einer Polarität gegenübergesetzt kommen sie häufig so oder ähnlich daher:

Der Kuchen ist klein und reicht nicht für alle, die ein Stück abhaben wollen, da esse ich lieber das was ich habe alleine, sonst wird mir das auch noch weggenommen ...

"Ich bin mit meinem kleinen Gewerbe umgeben von Konkurrenten."

"Ich muss mich in einem besonders umkämpften Markt (immer) durchsetzen."

"Ich darf nach außen keine Schwächen zeigen, denn meine Reputation wäre sonst gefährdet". "Ich muss meine Kompetenzen gegenüber meinen Mitbewerber*innen immer und besonders deutlich darstellen, auch wenn sie gerade einmal für mich nicht erlebbar sind."

"Lernfelder suche ich mir besser außerhalb der konkreten eigenen beruflichen Bezüge.".

versus

Ich bin nicht alleine, der Kuchen ist so groß, dass alle satt werden und dennoch etwas übrigbleibt. Wir können auch zusammen essen, ohne dass jemand in meinen Teller greift ...   

"Ich bin umgeben von Kolleg*innen von denen ich profitieren kann, wenn ich bereit bin, diese ihrerseits ebenfalls profitieren zu lassen."

"Die Synergien, die sich durch vernetztes Arbeiten ergeben, wirken auf Außenstehende als Kompetenzmerkmal, welches unmittelbar meiner Person zugeschrieben wird."

"Im gegenseitigen Austausch mit Kolleg*innen, die den Markt ebenso kennen wie ich, erhält Jede*r relevante Informationen, die ansonsten ggf. verschlossen blieben."

"Wer anders als diejenigen, die ebenfalls freiberuflich tätig sind, kennen die Tücken, Zweifel, Rückschläge etc. dieser Arbeitsform so gut wie ich. Wenn ich in einem vertrauensvollen Rahmen auch diese Seiten zeigen kann, dann bekomme ich Zugang zu den Ressourcen bereits gemachter Erfahrungen anderer."

Die erste Haltung ist möglicherweise etwas überspitzt dargestellt, während die Zweite möglicherweise als "etwas naiv" angesehen werden könnte.

Wir haben jedoch die konkrete Erfahrung gemacht, dass - vorausgesetzt die Kolleg*innen treffen sich unter der Voraussetzungen an Offenheit wie im zweiten Absatz beschrieben - unheimlich viel möglich ist. Wir als Freiberufler*innen sind vielleicht sogar etwas mehr als unsere beschäftigten Kolleg*innen darauf angewiesen, erfüllt, angstfrei, mit Freude und in einem fruchtbaren Umfeld unsere Arbeit zu verrichten. Wenn wir ausfallen, dann ist oft auch unmittelbar unsere Existenzgrundlage mit betroffen.

Das Netzwerk hat die Vision, an den vielen positiven Vernetzungserfahrungen in der DGSF anzudocken, sie zu erweitern und für Freiberufler*innen zugänglicher zu machen. Diesen Raum wollen wir schaffen und uns gegenseitig anzubieten.   

Zielgruppe

Das Netzwerk "systemisch-qualifizierter Freiberuflerinnen und Freiberufler" wendet sich an alle systemischen Fachkräfte, welche ihre systemischen Dienstleistungsangebote selbstorganisiert als EinzelunternehmerInnen oder in kleinen kooperativ wirkenden Organisationseinheiten (gemeinsame Praxen/ lokale Kooperationen) personenbezogen am Markt anbieten oder anbieten wollen (Gründungsvorhaben). Dabei soll der Umfang der freiberuflichen Tätigkeit (hauptberuflich/nebenberuflich) und das Tätigkeitsfeld (Zugehörigkeit zu einem der drei Fachbereiche in der DGSF) keine Rolle spielen.

Die Idee und Hintergrund

Das Netzwerk bietet Raum dafür, dass möglichst viele freiberuflich tätige Kolleginnen und Kollegen, übergreifend aus alles Berufsfeldern in der DGSF, gemeinsamen einen Teil ihrer vielfältigen und kreativen Schaffenskraft bündeln. Die sich daraus ergebenden Ergebnisse können zum Wohle Aller, aber auch dem eignen beruflichen Vorteil genutzt werden. Dieser Zugewinn soll sich auf fachliche, organisatorische, menschliche und wünschenswerterweise auch finanzielle Gesichtspunkte beziehen.

Wenn Fachleute wie wir sich entschließen in der Arbeitsform des/r EinzelunternehmerIn auf dem Markt in Erscheinung zu treten, gibt es daher konkrete Gründe sich um gute und vielfältige Vernetzungsstrukturen zu kümmern:

  • Diese Freiberuflichkeit hat dem Wesen nach zunächst keinen institutionellen Überbau, in dem Themen/Inhalte/Informationen/Planungen/Entwicklungen etc. mit anderen KollegInnen ausgetauscht werden können. Ein solcher Rahmen muss meist in Passung zur eigenen Berufstätigkeit selbstorganisiert geschaffen werden.
  • Synergien, welche auf die eigene Berufstätigkeit positiv zurückwirken, können erst dann genutzt werden, wenn die eigenen Angebote durch Verknüpfungen und Ankoppelung an andere Punkte im beruflichen Feld geschaffen wurden. Dieser Vorgang muss in den allermeisten Fällen ebenfalls in eigenverantwortlicher Weise vollbracht und mit Inhalt gefüllt werden.

Diese Aufgaben können keiner*m Freiberufler*in, ob in hauptberuflicher oder nebenberuflicher Tätigkeit oder im Gründungsstatus, abgenommen werden. Sie gehören zum Wesen der Arbeitsform zu der man sich entschieden hat.

Das Netzwerk systemisch-qualifizierter Freiberuflerinnen und Freiberufler in der DGSF bietet diesen gemeinsamen Raum, in welchem wir auf vielfältige Art und Weise Begegnung und gegenseitige Unterstützung organisieren.

Ferner bietet ein "von außen" erkennbares Netzwerk von systemisch geschulten Fachkräften die Möglichkeit, gemeinsam entwickelte Angebote oder Dienstleistungsformate dort anzubieten, wo "kleine Freiberufler*innen" aufgrund ihrer Unternehmensgröße als "Einzelunternehmer" bei Auftraggebern nicht als Vertrags-/Kooperationspartner wahrgenommen werden bzw. infrage kommen.

Arbeitsweise:

Selbstorganisation und Eigenverantwortung bilden, analog zur Ausgestaltung unserer Berufstätigkeit, die zentrale Arbeitsform und Grundlage der Zusammenarbeit. Der Umgang untereinander, sowie zwischen Netzwerkstruktur und deren Mitwirkenden, soll auf Augenhöhe stattfinden. D.h. welche Themen, Ziele, Ausrichtung vorrangig verfolgt werden, entwickeln die "einzelnen Teile" durch ihren (aktuellen) Themenbezug. Für bisher nicht eingebrachte Themen und Interessengebiete ist Raum vorhanden und es können "Mitstreiter*innen" gesucht/gefunden werden, die zu diesen Inhalten gemeinsam etwas entwickeln möchten.   

Struktur

Um den verschiedenen Themen, Vorhaben und Bedürfnissen, die im Netzwerk angesprochen wurden, gerecht zu werden, bedarf es jeweils angemessene Kontexte.

In einem gemeinsamen Netzwerk, deren Beteiligte z.T. in verschiedenen Regionen tätig sind und ggf. unterschiedlichen Arbeitsfeldern endstammen, gibt es neben gemeinsamen Interessen, die übergreifend bedeutsam sind, auch solche Anliegen, die lediglich "vor Ort" einen lokalen oder regionalen Bezugspunkt haben.

So bietet das Netzwerk im übergreifenden/überregionalen Sinne (neben allgemeinen Themen zur Selbstständigkeit/Freiberuflichkeit, unsere Rolle im Verband oder Weiterentwicklung von sehr spezifischen Angeboten, etc. .... ) auch eine Plattform zur Begegnung im näheren Umfeld ("Lokale Zirkel"). An dieser Stelle wirken ggf. die Aspekte "systemisches Arbeiten", "Freiberuflichkeit" und "regionale Gesichtspunkte" ebenso als verbindendes Merkmal, wie das konkrete Arbeitsfeld, in dem man selbst tätig ist. Dieser Einblick in die Vielfalt systemisch-orientierter Freiberuflichkeit der eigenen Region kann und soll als anregendes Element der eigenen Arbeit genutzt werden.

Räumlich und/oder fachlich eingegrenzte und/oder allgemeiner ausgelegte persönliche Kooperationsbeziehungen können im Netzwerk gefunden, entwickelt, vertieft, aufrechterhalten, intensiviert und verfestigt werden. Bereits vorhandene Kooperationen können sich mit einem größeren Kontext umgeben oder einbeziehen lassen, ohne ihre bereits vorhandene Struktur aufzugeben.