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4.4.4 Diskussion von Einrichtungsvertretenden zu Nutzen und Aufwand

Endbericht: Evaluation der DGSF-empfohlenen systemisch-familienorientiert arbeitenden Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe

Auf dem Treffen DGSF-empfohlener Einrichtungen im Dezember 2017 wurden Vertretende aus zehn verschiedenen Jugendhilfeeinrichtungen und zwei Vertretenden von Kliniken gebeten, in Form einer Aufstellung ihre Einschätzungen zu Aufwand und Nutzen der Erhebung „Einrichtungs-Brille“ abzugeben. Der Aufwand wurde als machbar/mittel bis hoch eingeschätzt.

Hohen Aufwand verursachte dabei das Nachfassen. Die Integration in den Arbeitsalltag bzw. Jugendhilfeprozess erwies sich teilweise als herausfordernd. Als schwieriges Feld für die Befragung wurde die ambulante Arbeit mit Hochkonfliktfamilien eingeschätzt, wo insbesondere die Beantwortung der offenen Fragen nur schwer möglich war. Einer beteiligten Einrichtung hat die zahlenmäßige Begrenzung der auszufüllenden Fragebogen und damit durchzuführenden Interviews geholfen, den Aufwand im machbaren Rahmen zu halten. Einer anderen Einrichtung hat die inhaltliche Diskussion in der Vorbereitung geholfen, den Aufwand einzugrenzen und/oder zu relativieren. Mit mehr Erfahrung und Routine bei der Durchführung dürfte sich der Aufwand weiter reduzieren.

Demgegenüber steht der von den Anwesenden erwartete Nutzen der Befragung „Einrichtungs-Brille“, welcher als hoch bis sehr hoch eingeschätzt wurde. Es wurde hervorgehoben, dass der Aufwand als lohnenswert empfunden wird. Einschränkend ist an dieser Stelle anzumerken, dass diese Einschätzung geschah, bevor die Ergebnisse vorlagen und zur Kenntnis genommen werden konnten.

Die Anwesenden betonten, dass die Mitarbeitenden viele neue Ideen und Anregungen bereits im Prozess, insbesondere bei der Durchführung der Interviews, erhalten hätten. Zudem habe das Einholen der Rückmeldungen die Beziehung zu den Familien gestärkt. Durch die erhaltende Bestätigung wiederum habe sich das Team in seiner Arbeit bestärkt gefühlt. Aus einer Einrichtung wurde berichtet, dass die Mitarbeitenden die Befragung nach Beendigung der offiziellen Pilotphase schließlich "für sich" weitergemacht hätten, weil sie die Rückmeldung der Familien in den erfragten Bereichen als so wertvoll erachten und den "Realitäts-Check" spannend finden ("Was kommt von unserer Arbeit an?"). Auch aus anderen Einrichtungen wurde berichtet, dass die Mitarbeitenden ein hohes Interesse an den Rückmeldungen der Klienten entwickelt und insbesondere die Rückmeldungen der Kinder/Jugendlichen als wertvoll empfunden hätten.

Dr. Dörte Schott, Freie Evaluatorin, Wiesbaden, info[at]doerte-schott.de, www.doerte-schott.de/