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Gutes Leben mit Widersprüchen

Bericht von der Jahrestagung 2014 (veröffentlicht in den DGSF-Mitteilungen in Kontext 4/2014)

Mit einem Eröffnungsvortrag „Vom guten Leben in widersprüchlichen Organisationen“ von Professor Dr. Jochen Schweitzer, Heidelberg, startete das Tagungsprogramm der 14. DGSF-Jahrestagung am 7. Oktober. Rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten im Graf-Zeppelin-Haus in Friedrichshafen direkt am Bodenseeufer eine spannende Tagung verfolgen begleitet von spätsommerlichem Wetter, das manch einen sogar zum Baden im See verführte.

Nach der Begrüßung durch Walther Cormann vom veranstaltenden Institut „ptz“ und Grußworten vom Vorstand der Systemischen Gesellschaft und vom DGSF-Vorsitzenden Dr. Björn Enno Hermans befasste Jochen Schweitzer sich mit Fragen wie: Gibt es „gute Organisationen“? Was zeichnet sie aus? Und kann ein Beraterverband seinen Mitgliedern beim „aufrechten Gang“ helfen? Der ehemalige Vorsitzende der DGSF führte aus, dass Organisationen, in denen es sich „gut lebt“, ihre Widersprüche besser balancieren und damit langfristig erfolgreicher sind. Beraterinnen und Berater hätten durchaus Möglichkeiten, Aufträge in Frage zu stellen und ihren eigenen Standpunkt dazu auszuführen, was Schweitzer mit Beispielen aus der eigenen Beratungspraxis veranschaulichte.

Im Anschluss an Schweitzer referierte Dr. Gunther Schmidt. Der Coach und Ärztliche Leiter der sysTelios-Klinik stimmte Schweitzer zu, dass Ziele und Aufträge in Frage zu stellen seien und Berater durchaus Ratschläge geben könnten. Schmidts Thema war: „Coaching als Kompetenzaktivierung beim ‚Navigieren im Nebel‘ komplexer Entscheidungs- und Führungsaufgaben“. Aus hypnosystemischer Sicht illustrierte er die Schwierigkeiten bei der vorschnellen Orientierung an Zielen, auch wenn diese „smart“ seien: „Probleme entstehen durch Ziele, die vom erlebten ‚Ist-Prozess‘ abweichen und nicht oder noch nicht erreicht sind“. Ohne angestrebte Ziele gebe es dann zunächst auch kein Problem.

„Innovativ die Zukunft gestalten“ war das Thema der diesjährigen Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGSF. Im Brennpunkt des Tagungsprogramms nach dem DGSF-Mitgliedertag mit Instituteversammlung, Mitgliederversammlung und Fachgruppentreffen standen Veränderungsprozesse: In 48 Veranstaltungen gingen die rund Tagungsgäste der Frage nach, wie mit systemischem Coaching, Supervision und einer geeigneten Führungskultur Entwicklungsprozesse von Personen und Organisationen angestoßen und verwirklicht werden können. „Lernende, intelligente und resiliente Organisationen“, „Relationale Unternehmensbegleitung“, „Erfolgreiche Burnout-Prävention im Unternehmen“ oder „Supervision von Pflegekräften im Gesundheitswesen“ waren einige der angebotenen Wissens- und Praxisforen. Neben Hochschullehrern wie Professor Dr. Johannes Rüegg-Stürm von der Universität St. Gallen oder Professor Dr. Helmut Willke von der Zeppelin Universität in Friedrichshafen präsentierten zahlreiche Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Praxis, Unternehmen oder Beratungs- und Weiterbildungsinstituten ihre Methoden und Erfahrungen. Dabei wurden Beraterinnen und Berater Prozesse der Innovations- und Organisationsentwicklung zusammen mit ihren Kunden vorgestellt.

Einige Präsentationen aus den Veranstaltungen sind auf der Tagungsseíte http://cormann-coaching.de/ eingestellt; zwei Fotoalben sind auf den Facebookseiten der DGSF – www.facebook.com/dgsf.org (Fotos/Alben) – zu finden.