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4.1 Ergebnisüberblick zum systemischen Arbeiten ("DGSF-Brille")

Endbericht: Evaluation der DGSF-empfohlenen systemisch-familienorientiert arbeitenden Einrichtungen in der Kinder- und Jugendhilfe

Zu folgenden Fragestellungen der Evaluation "DGSF-Brille" werden die Ergebnisse im Folgenden überblicksartig dargestellt und diskutiert:

  • Inwiefern wird an den empfohlenen Einrichtungen systemisch gearbeitet?
  • Welche Maßnahmen werden zur laufenden Qualitätssicherung und zur Weiterentwicklung der Einrichtung unternommen?

Als Qualitätskriterien für eine DGSF-Empfehlung gelten einerseits die systemische Weiterbildung eines Anteils von 50% der Mitarbeitenden der Einrichtung und andererseits eine kontinuierliche systemische Supervision und Intervision. Von den befragten Mitarbeitenden geben 62% an, dass sie über umfangreiche systemische Kenntnisse (bspw. aus systemischer Weiterbildung) verfügen; dies übertrifft das Qualitätskriterium. Ein weiteres knappes Drittel (31%) verfügt über grundlegende systemische Kenntnisse beispielsweise aus Berufsausbildung, Studium oder Fortbildungen. Die befragten Leitungskräfte bestätigen für ihre Einrichtungen, dass die Mitarbeitenden regelmäßig an systemischer Supervision teilnehmen (98%) und kollegiale Intervision integrierter Bestandteil der internen Teamarbeit ist (92%).

Während die Mitarbeitenden der Jugendhilfe-Einrichtungen zum systemischen Arbeiten mit Kindern, Jugendlichen und deren Eltern/ Angehörigen in ihrem persönlichen Arbeitskontext befragt wurden, gaben Leitungskräfte in den teilnehmenden Einrichtungen Auskunft zur Praxis der systemischen Personal- und Organisationsentwicklung.

Die Zustimmung der Mitarbeitenden zu den geschlossenen Fragen zum systemischen Arbeiten ist bei fast allen Items hoch bis sehr hoch, wie unten weiter ausgeführt wird. Abweichungen werden in Kommentarfeldern oft inhaltlich begründet, z.B. zu Termindichte oder Einsatz von Pausen in Hilfemaßnahmen. Die Zustimmung der Leitungen zu den geschlossenen Fragen zur systemischen Personal- und Organisationsentwicklung ist mit wenigen Ausnahmen ebenfalls hoch. Auch hier werden in den Kommentarfeldern teilweise Begründungen gegeben, z.B. zum Turnus von Mitarbeitergesprächen.

Im Folgenden soll ein kurzer Überblick zu den unterschiedlichen Themenbereichen der Online-Befragung in Form von Aussagen zur Schwankungsbreite (Minimum und Maximum) sowie zu herausstechenden Werten gegeben werden. Auf einige zentrale Aspekte systemischen Arbeitens, welche die am Pilotprojekt teilnehmenden Einrichtungen besonders kennzeichnen, ist bereits in einem Beitrag in DGSF INTERN 2017 (S. 46-47) schlaglichtartig eingegangen worden.

Eine über die Pretest-Kommentarfelder hinausgehende Auswertung der qualitativen Daten ist nicht Gegenstand des Auftrags an die Evaluatorin. Die folgende Ergebnisübersicht beschränkt sich daher weitestgehend auf die quantitativen Daten.

Dr. Dörte Schott, Freie Evaluatorin, Wiesbaden, info[at]doerte-schott.de, www.doerte-schott.de/