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Appell „Exklusion beenden: Kinder- und Jugendhilfe für alle jungen Menschen und ihre Familien!“

Veröffentlicht: 15.07.2019, aktualisiert: 15.07.2019
Mit einem gemeinsamen Appell fordern rund 30 erstunterzeichnende Organisationen – darunter AGJ, Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, Behindertenrat, Landesministerien, und verschiedene Fachverbände – die Umsetzung einer inklusiven Jugendhilfe in Deutschland. Die DGSF hat den Appell mitgezeichnet.

Für die Unterzeichnenden ist die Gestaltung eines inklusiven Kinder- und Jugendhilferechts für alle Kinder und Jugendliche, und damit endlich die Umsetzung der UN-Behindertenkonvention in Deutschland, das zentrale Anliegen. Es ist bereits jetzt ein breites, interdisziplinäres (fach-)politisches Bündnis entstanden, das die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit auf die Dringlichkeit dieses Themas lenken will. Zielperspektive ist zunächst die letzte AG-Sitzung des „Mit-reden-Mitgestalten“-Beteiligungsprozesses des Bundesfamilienministeriums am 17. September 2019.

Der Appell erläutert:
"... Deutschland unterscheidet auch im Jahr 2019 trotz UN‐Behindertenrechtskonvention und Grundrecht auf Gleichbehandlung immer noch künstlich zwischen »Jugendhilfe«‐Kindern und »Eingliederungshilfe«‐Kindern. Junge Menschen ohne Beeinträchtigungen oder mit einer seelischen Behinderung unterfallen dem Hilfesystem des SGB VIII und damit der Zuständigkeit des Jugendamts, junge Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen hingegen
in das Hilfesystem des SGB XII und damit der Zuständigkeit der Eingliederungshilfe. Aufgrund der hierdurch entstehenden Zuständigkeitsstreitigkeiten werden viele Kinder, Jugendliche und Familien nicht nur zwischen den Behörden hin und her geschoben, erhalten keine, verspätet oder nur unzureichend Hilfen. Die rechtlich gezogenen Trennlinien sind zudem mit einer ganzheitlichen Wahrnehmung von Menschen nicht vereinbar."

Eine Reform des Kinder‐ und Jugendhilferechts könne  nur dann als gelungen bezeichnet werden, wenn die Exklusion von jungen Menschen mit körperlichen und/oder geistigen Behinderungen beendet und die Kinder‐ und Jugendhilfe für alle jungen Menschen gesetzlich gestaltet wird, schreiben die Unterzeichner in  ihrem Appell: "In diesem Sinne werden wir mit unserer Forderung nicht eher nachlassen, bevor die seit über 25 Jahren geführte gesellschats‐ und fachpolitische Diskussion zu ihrem Erfolg findet!"

Der Appell steht hier online.

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