Sie sind hier: Startseite / Aktuell / Meldungen / Kinder in Armut
Print

Kinder in Armut

Veröffentlicht: 29.08.2017, aktualisiert: 29.08.2017
Kinder und Jugendliche sind in Deutschland weiterhin am stärksten von Armut bedroht. Die heute veröffentlichten Zahlen zu den Armutsrisikoquoten nach Alter für das Jahr 2016 hat das Bündnis Kindergrundsicherung zum Anlass genommen, nochmals eine Veränderung der Familienförderung anzumahnen.

Im Bündnis Kindergrundsicherung fordern elf Verbände - darunter die DGSF - sowie dreizehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler seit 2009 einen Paradigmenwechsel in der Familienförderung. Das Bündnis tritt für eine Kindergrundsicherung in Höhe von 573 Euro für jedes Kind ein, die mit steigendem Familieneinkommen sinkt

Pressemitteilung des Bündnisses vom 29.8.2017:

Eltern in Arbeit – Kinder in Armut
Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG zu aktuellen Zahlen zum hohen Armutsrisiko von Kindern

Berlin, 29.08.2017. Kinder und Jugendliche sind in Deutschland weiterhin am stärksten von Armut bedroht. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes zur Armutsgefährdungsquote. Demnach ist mehr als jedes fünfte Kind (20,2 Prozent) von Armut bedroht - trotz der anhaltend guten Wirtschaftslage und der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt. Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordert eine Reform der Kinder- und Familienförderung, die allen Kindern das Existenzminimum von 573 Euro monatlich garantiert.

„Die Bundesregierung hat in dieser Legislaturperiode einige Schritte unternommen, um das Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Sie hat jedoch die Chance auf eine echte Reform der Kinder- und Familienförderung verpasst und keine Maßnahmen geschaffen, um Kinder und Jugendliche wirklich und nachhaltig aus der Armut zu holen. Diesen Zustand dürfen wir nicht länger hinnehmen“, erklärt Christiane Reckmann, Vorsitzende des Zukunftsforum Familie e.V. und Sprecherin des Bündnisses.

Immer wieder wird von der guten Konjunktur und dem Aufschwung am Arbeitsmarkt gesprochen. „Eine Erwerbstätigkeit der Eltern ist kein Allheilmittel gegen Armut und Ausgrenzung, wie die Parteien uns dies im Wahlkampf versprechen. Obwohl viele Eltern in Arbeit sind, leben die Kinder und damit die ganze Familie in Armut. Kinder dürfen nicht zum Armutsrisiko ihrer Eltern werden. Neben guter und existenzsichernder Erwerbsarbeit brauchen Eltern und Familien eine armutsfeste Kinder- und Familienförderung. Dafür hat der Staat Sorge zu tragen“, so Christiane Reckmann.

Trotz Erwerbsarbeit von Unterstützungsleistungen abhängig zu sein ist ein riesiger Stressfaktor und beschämend für Eltern und Kinder. Auch wenn sie weniger verdienen als andere, wollen Eltern Vorbilder für ihre Kinder sein. „Aber gleichzeitig müssen sie ständig Rechenschaft ablegen und Berge von Anträgen ausfüllen. Geldgeschenke zum Geburtstag der Kinder müssen offen gelegt oder für jede zusätzliche Leistung der Kinder für Bildung und Teilhabe, wie Klassenfahrt und Zoobesuch, ein weiterer Antrag gestellt werden. Es ist ohnehin unerträglich, dass Eltern, die arbeiten, nicht mehr zur Verfügung haben, als würden Sie keiner Arbeit nachgehen“, sagt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes und Koordinator des Bündnisses.

Das Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG tritt deshalb für die Einführung einer Kindergrundsicherung in Höhe von 573 Euro für jedes Kind ein, die mit steigendem Familieneinkommen sinkt. Sie orientiert sich daran, was Kinder tatsächlich für ein gutes Aufwachsen benötigen und verhindert so Kinderarmut nachhaltig. Im Bündnis KINDERGRUNDSICHERUNG fordern elf Verbände und dreizehn Wissenschaftler/innen seit 2009 einen Paradigmenwechsel in der Familienförderung (www.kinderarmut-hat-folgen.de).

Die Pressemitteilung als pdf-Datei.

Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 29.8.2017 "Armutsgefährdung in den Bundes­ländern weiter unterschiedlich"

Aktuelle Meldungen RSS
18.01.2019

DGSF-Verbandstag: Wandel, Spaltung und Solidarisierung in der Gesellschaft

„Wandel, Spaltung und Solidarisierung in der aktuellen Gesellschaft“ – die DGSF lädt ihre Mitglieder am 5. April 2019 zum gesellschaftspolitischen Verbandstag nach Karlsruhe ein. […]

Ein systemischer Blick auf Kinderschutz und Zwangskontexte – ein Veranstaltungsbericht
15.01.2019

Ein systemischer Blick auf Kinderschutz und Zwangskontexte – ein Veranstaltungsbericht

Zehn Jahre Jubiläum feierte im Herbst die Veranstaltung "Systemische Kinder- und Jugendhilfe im Dialog" in der Rohrmeisterei in Schwerte. Das Thema des Abends lautete: "Ein systemischer Blick auf Kinderschutz und Zwangskontexte". […]

10.01.2019

Reform des Psychotherapeutengesetzes – Psychotherapiestudium geplant

Die Reform des Psychotherapeutengesetzes und damit eine grundlegende Veränderung der Psychotherapieausbildung werden seit Jahren diskutiert. Zum Jahresanfang hat das Bundesgesundheitsministerium den Referentenentwurf zur Gesetzesreform veröffentlicht. […]

10.01.2019

Neue DGSF-Regionalgruppe in Bielefeld

In Bielefeld gibt es nun auch eine DGSF-Regionalgruppe. Zum Gründungstreffen Ende 2018 kamen 38 Personen zusammen und tauschten sich über ihre Interessen, Wünsche und Ideen zur zukünftigen Regionalgruppenarbeit aus. […]

Vielfältiges Workshop-Programm bei der Jahrestagung 2019
08.01.2019

Vielfältiges Workshop-Programm bei der Jahrestagung 2019

Besucher der DGSF-Jahrestagung 2019 in Hamburg erwartet thematisch ein breites Workshopangebot von grundsätzlichen philosophischen Reflexionen über transgenerationale Themen und historisch-politische Aspekte bis hin zu fachspezifischen Schwerpunkten aus der Paar- und Familientherapie, der Traumabearbeitung und psychiatrischen Fragestellungen. […]

Weitere Nachrichten …