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Systemischer Kinderschutz

Liebe Leser*innen der DGSF-Kinderschutzbroschüre,

die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) ist ein Fachverband mit mehr als 7.500 Mitgliedern, die in unterschiedlichen Arbeitsfeldern tätig sind. Kinder (und Jugendliche) stehen dabei häufig im Mittelpunkt – sei es in der Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen, anderen Feldern der Sozialen Arbeit sowie in der Supervision und Beratung von Institutionen und Organisationen – und sind damit wichtige Protagonist*innen der Systeme.

So liegt es nahe, dass sich die DGSF an verschiedenen Stellen auch mit dem Thema Kinderschutz befasst. Doch was bedeutet „systemischer Kinderschutz“?
Diese Frage haben wir unterschiedlichen Vertreter*innen der Fachöffentlichkeit gestellt und Sie dürfen sich auf die persönlichen Antworten und Sichtweisen freuen, die in dieser Broschüre abgedruckt sind. Wenn ich die Frage beantworten soll, würde ich es so formulieren:

„Systemischer Kinderschutz bedeutet für mich, den Kontext und die Wechselwirkungen der Situation eines Kindes angemessen zu berücksichtigen und alle relevanten Personen und Institutionen mit einzubeziehen.“

Dass dieser Satz allgemein klingen mag, ist ein Hinweis auf die Vielfalt eines systemischen Kinderschutzes, die sich in den folgenden Beiträgen der Broschüre wiederfindet. Das Gemeinsame aller Themenbereiche ist eine hilfe- und kooperationsorientierte Haltung den betroffenen Familien gegenüber, die die Qualität der Beziehung zwischen den Fachkräften und den Eltern und Kindern als Motor für Veränderungen fokussiert.

Die ausgewählten Themenschwerpunkte haben weder einen Anspruch auf Vollständigkeit, noch auf Ausschließlichkeit, sondern sie enthalten die Einladung zum Diskurs und zur gemeinsamen Weiterentwicklung.

Ganz praktisch gibt es neben den „klassischen“ Hilfen zur Erziehung bereits viele verschiedene, gut erprobte methodische Vorgehensweisen im Bereich des Kinderschutzes, die Familien befähigen, wieder Zugang zu ihren Ressourcen zu finden. Diese reichen von der Aufsuchenden Familientherapie, für die es bereits seit 2009/2010 Qualitätskriterien der systemischen Verbände gibt, über Formen der Multifamilienarbeit bis hin zu systemischen Falllaboren, in denen Fachkräfte und Eltern gemeinsam schwierige Fallverläufe reflektieren. Allen Formaten gemeinsam bleibt der intensive Blick auf Kontexte und Wechselwirkungen, das Nutzen von Netzwerken und Kooperationen.

Deshalb freut es mich besonders, wenn diese Broschüre eine Vielzahl von unterschiedlichen Leser*innen erreicht und wir zu einer gemeinsamen, kooperativen und vernetzten Weiterentwicklung angeregt werden, die Eltern und Kinder dabei unterstützt, gute Lösungen für problematische Lebenssituationen zu finden.  

Ich wünsche Ihnen mit der Lektüre neue Impulse für den Kinderschutz und die Arbeit mit Familien! Und beteiligen Sie sich gerne auch persönlich an einer Weiterentwicklung des systemischen Kinderschutzes auf der DGSF-Website.

Herzliche Grüße im Namen des Vorstands der DGSF

Dr. Björn Enno Hermans
Vorsitzender der DGSF


 

Einladung zu fachlicher Kommentierung und Weiterentwicklung


Die Broschüre „Systemischer Kinderschutz – Kontexte, Wechselwirkungen und Empfehlungen“ soll die Eröffnung eines breiten fachlichen Diskurs sein mit dem Ziel, unterschiedliche Themen des Kinderschutzes im Prozess weiterzuentwickeln. Sie haben verschiedene Möglichkeiten, Ihre Gedanken, Kommentierungen und Ihre fachliche Expertise beizutragen:
Wie es bereits Vertreter der Fachöffentlichkeit in der Broschüre getan haben, sind Sie eingeladen, unter der Rubrik „Systemischer Kinderschutz bedeutet für mich…“ diesen Satz individuell zu beenden. Bitte geben Sie Ihren Namen, die Stadt, aus der Sie kommen, und, wenn Sie mögen, Ihre Berufsbezeichnung an. Diese Informationen werden mit „Ihrem Satz“ veröffentlicht. Ihre Sätze senden Sie bitte an .

Unter der Rubrik „Weitere Informationen zu einzelnen Themenbereichen“ können Sie eigene fachliche Beiträge zu einzelnen Kapiteln oder zu Themen, die bislang noch nicht benannt wurden, veröffentlichen. Bitte senden Sie Ihre Beiträge an . Weitere Abstimmungen erfolgen dann mit der Fachreferentin Birgit Averbeck.

Des weiteren haben Sie die Möglichkeit, die Rubrik „Kommentare und Anregungen“ für Rückmeldungen zu der Broschüre oder dem Prozess zu nutzen. Bitte senden Sie auch Ihre Anmerkungen zur Veröffentlichung an .

Es wäre wünschenswert, wenn sich viele Menschen mit ihrer fachlichen Expertise und systemischen Haltung an einer Weiterentwicklung des systemischen Kinderschutzes innerhalb Deutschlands beteiligen. Eine Möglichkeit ist die Mitgestaltung dieser Kinderschutzseite!