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Veränderungshype, digitaler Nebel und heiteres Scheitern

Veröffentlicht: 20.03.2018, aktualisiert: 22.03.2018
Trotz Grippewelle waren mehr als 100 von den rund 140 angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmern zum DGSF-Verbandstag am 16. März nach Budenheim bei Mainz gekommen. Inhaltlich verantwortlich war dieses Mal die DGSF-Fachgruppe Systemische Supervision, Coaching und Organisationsentwicklung. Die Überschrift zum Tag für DGSF-Mitglieder hieß „Mein Job 2018: Veränderungen ohne Ende?! – eine systemische Perspektive“.
Veränderungshype, digitaler Nebel und heiteres Scheitern

Tatsächlich ein Schloss - die Ausschilderung in Budenheim

Nachdem bei den letzten beiden „Mitgliedertagen“ die Entwicklungen in der Jugendhilfe (Alte Essig-Manufactur, Leipzig, 2017) und im Gesundheitswesen (Werkhof Hannover, 2016) im Mittelpunkt gestanden hatten, sollte es nun um die konkreten Arbeitswelten der Teilnehmenden gehen. Sie sollten Anregungen für Veränderungen in der eigenen Arbeitswelt mitnehmen oder zumindest Impulse, um alltägliche und neue Aufgaben gestärkt zu bewältigen. Begeisterte Rückmeldungen am Ende des Tages in der Sparkassenakademie „Schloss Waldthausen“ zeigten: Das Vorhaben ist gut gelungen!

Nach der Begrüßung durch den DGSF-Vorsitzenden Björn Enno Hermans und den Fachgruppensprecher Thorsten Hoops sollte der Teilnehmerkreis erst einmal ein wenig in Bewegung kommen. Dafür sorgte Nicole Erichsen vom Improtheater Bremen. Anschließend konnten die Teilnehmenden in je einem Workshop am Vormittag und am Nachmittag einen „systemischen Blick“ auf ihre Arbeit werfen: Carolin Rung und Petra-Ruth Ape ging es dabei um „Kommunikation im digitalen Raum“, um mehr Klarheit im „digitalen Nebel“. Mit „Kurs halten! Navigieren in stürmischen Zeiten“ hatte Nikola Siller ihren Workshop betitelt. Sie regte an, im „nebulösen Getöse des Veränderungshypes“ zumindest so zu tun, als könne man die Richtung selber bestimmen. Susanne Bourgeois und Markus Chmielorz Workshopthema war „Diversity“, bei dem es ihnen um einen bewussten systemischen Umgang mit Vielfaltsthemen ging. Unter dem Motto „Scheiter heiter“ gab schließlich Nicole Erichsen einen spielerischen Einblick in die „Philosophie“ des Improvisationstheaters.

Am Nachmittag ging es auch im Workshop von Christine Viedt um den Umgang mit schnelllebigen Veränderungen: Die Möglichkeit des aktiven Mitgestaltens, des sich Positionierens sowie das konstruktive Nutzen von Widerständen waren einige der Optionen, um einen selbstwirksamen Umgang mit Veränderungen in Organisationen und Unternehmen zu finden. Ein Angebot von Armin Miehling richtete sich an Kolleginnen und Kollegen, die mit systemischen Beratungsangeboten freiberuflich tätig sind, sich in der Gründungsphase befinden oder freiberufliche Arbeit planen. Nevin Urunc regte einen Diskurs an über Haltung und Beratungsansätze rund um das Thema berufliche Orientierung und Berufung sowie Schnittstellen in der Arbeit. Führung in der Sozialwirtschaft war das Workshopthema bei Thorsten Hoops: Hier ging es um Rollenkonflikte zwischen systemischer Haltung, pädagogischer Leitung und disziplinarischer Führung.

Zum Abschluss wurde es dann nochmals spielerisch: Die Rückmeldungen von Vorstandsmitgliedern, die als "Schmetterlinge" in den Workshops unterwegs sein sollten, wurden von Nicole Erichsen mit ausdrucksvollen Gesten begleitet.

(bs)

Zukunftsraum im Workshop von Nikola Siller
Zukunftsraum bei Nikola Siller: "In diesem Workshop tun wir so,
als ob wir mitten im nebulösen Getöse des Veränderungshype
den Kurs bestimmen
und die Segel selber setzen könnten."

Weitere Fotos auf: www.facebook.com/dgsf.org

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