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Fachgruppe Systemische Beratung in seelsorglichen Kontexten (Systemische Seelsorge)

Nächster Fachtag am 4. Juni 2016 in Bochum - „Beginnen kannst du mit dem letzten Atemzug - Strukturwandel(n) und professionelle Identität“.

Dig out your soul !?

So lud „Oasis“ 2008 ein, etwas sehr Handgreifliches mit etwas kaum Fassbarem zu verbinden. Zwei streitsüchtige Brüder tauchten wie aus dem Nichts auf und rockten mit ihrer Band die 90iger Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Liam Gallagher sagte über seinen Bruder, er sei ein überaus zorniger Mann „mit einer Gabel in einer Welt voll Suppe.“

Auch wir in der DGSF Fachgruppe „Systemische Beratung in seelsorglichen Kontexten / systemische Seelsorge“ bewegen uns häufig wie mit einer Gabel in einer Welt voll Suppe. Noch im 19. und beginnenden 20. Jh. firmierte Therapie unter „Seelen(heil-)kunde". Die Seele, geheimnisumwittert, ein Konstrukt, eine conditio sine qua non, ein göttlicher Hauch, eine dem Menschen innewohnende Kraft? Wir bewegen uns in sozialen Systemen, innerhalb derer die Seele abseits des Psychischen kreativ-schöpferisch zu einer Sinnkonstruktion und sinnlichen Selbstvergewisserung in der Dimension des Vagen im Ereignisraum der Differenz immanent-transzendent strebt. Die Seele entspringt dem Hauch, hebr. Ruach, (griech. anemos - „Wind“, lat. spiritus, der weht, bewegt und be-geist-ert, wo, wann, wen und wie er will). So andersartig ist das Vage, dass es nur vage beschrieben werden kann, denn „Sinnsysteme sind keine Räume (...) in denen sie wohnen und sich bewohnen ließen.“ (15) Somit interessieren uns relevante Differenzen von Psychotherapie und Seelsorge, von Kategorisierbarem und Vagem, von Codiertem und Nichtcodiertem. Seelsorge auf systemische Art wird von einer neugierig-lustvollen spirituellen Energie angetrieben, die versucht, das Vage mit dem Codierten in Beziehung zu setzen, letztlich Gott ins System zu bringen.

Let someone another dig out his soul! - And you? Live, love, pray, just be, be yourself

„Dig out your Soul“ – grab deine Seele aus, ein naiver Ratschlag der beiden Gallagher Brüder? In ihrer Geburtsstadt Manchester, der geschundenen Arbeiterstadt, hegten die beiden aus ‚schwierigen Verhältnissen‘ Zweifel an der Verfasstheit der Welt, wollten dem Leben auf den Grund gehen. Die irische Frömmigkeit ihrer Eltern war ihnen fremd, Gott eine wenig überzeugende Chiffre angesichts des saufenden und prügelnden Vaters. Im Vagen der Musik, der Poesie, fanden sie eine Heimat, einen Modus des Aufbegehrens.

In der Fachgruppe spüren wir der Seele nach, wohl wissend, dass auch die therapeutisch zugängliche Psyche als Ereignishorizont der Seele für uns von grosser Bedeutung ist:
Wir sind offen für ALLE (nicht nur PfarrerInnen und Priester), die in seelsorglich-beraterischen Kontexten arbeiten oder arbeiten wollen, die an den aufgeworfenen Fragestellungen und an der praktischen Weiterentwicklung systemischer Seelsorge interessiert sind. Wir laden alle KollegInnen ein, die Lust haben, sich der Magie des Vagen zu öffnen, zu diskutieren, miteinander zu er-leben und zu forschen, um sich in der jeweils eigenen professionellen Praxis und Identität bestärkt und getragen zu wissen. Wir wollen einen unkonventionellen Thinktank bilden.

Drei Hauptarbeitsbereiche der Fachgruppe Systemische Seelsorge

1. Die Entwicklung von Curricula u.a. im Bereich "Systemische Beratung in seelsorglichen Kontexten"

2. Die Forschung im Bereich der Systemischen Beratung in seelsorglichen Kontexten, sowohl im systemisch-konstruktivistischen Feld, als auch im Feld der Systemtheorien und der Theologie; Publikation in den betreffenden Kontexten

3. Vernetzung / Bildung eines Netzwerks (auch international) aller an Fragen der Systemischen Beratung in seelsorglichen Kontexten und an der Integration von Werte- und Sinnorientierung in Beratung, Therapie, Supervision etc. interessierten Menschen.

Termine

Die Fachgruppe Seelsorge lädt alle Interessierten zu ihrem nächsten Fachgruppentreffen mit Wahl der SprecherInnen nach Frankfurt am Main ein. Das Treffen wird am 22. September 2016 im Rahmen der Wissenschaftlichen Jahrestagung der DGSF stattfinden.

Peripathetischer Fachtag am 4. Juni 2016 in Bochum - „Beginnen kannst du mit dem letzten Atemzug - Strukturwandel(n) und professionelle Identität“ - in einem der faszinierendsten Lebens- und Kulturräume Europas, dem Ruhrgebiet, einer Metapher des Wandels. Ein Bericht der Teilnehmerin Monika Guntermann steht jetzt online.

 

Kontaktdaten der beiden SprecherInnen