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Fachgruppe Systemische Beratung in seelsorglichen Kontexten (Systemische Seelsorge)

Die Fachgruppe stellt sich vor:

Die Fachgruppe „Systemische Beratung in seelsorglichen Kontexten / systemische Seelsorge“ ist offen für alle, die sich für Sinnfragen im Rahmen systemsicher Beratungs-, Therapie- und Supervisionsprozesse im Allgemeinen, sowie in der seelsorglichen Beratungsarbeit im Besonderen interessieren. Bei uns kann jeder, ohne Ansehen von Religion oder Konfession, Mitglied werden. Übrigens muss nicht einmal Mitglied der DGSF sein, wer Mitglied einer Fachgruppe sein möchte. Sie ist keinesfalls nur für TheologInnen, PfarrerInnen, Priester, PastoralreferentInnen etc. offen, sondern für alle, die bislang in systemischen Weiterbildungen, Verbänden und Institutionen die Frage nach dem Sinn- und Hoffnungshorizont unseres professionellen Handelns und unserer Klienten vermisst haben. Mit der Gründung der Fachgruppe hat die DGSF eine Vorreiterrolle eingenommen.

Zu den regelmässigen, von uns gemeinsam mit unseren Mitgliedern bewegten Themen gehört die Gerechtigkeit, deren Ab- oder Anwesenheit bzw. Realisation wir in unterschiedlichen Kontexten nachspüren. Breiten Raum nahm und nimmt dabei der Strukturwandel im buchstäblichen (wie im Ruhrgebiet) wie im übertragenen Sinne ein. Strukturen sind stets hinterfragbar und müssen sich mit den Veränderungen menschlicher Lebenswelten ihrerseits wandeln.

Ein zweiter Schwerpunkt ist von Beginn an die Weiterbildung in systemischer Beratung in seelsorglichen Kontexten. Inzwischen ist es so weit, dass in der ersten Jahreshälfte 2019 ein erster Weiterbildungsgang starten kann. Haltet also Augen und Ohren offen für weitere Informationen. Wer schon jetzt weiß, dass sie oder er Interesse an einer solchen Weiterbildung haben könnte oder haben wird, der schicke bitte eine E-Mail an den Fachgruppensprecher Andreas Brenneke. Wir nehmen euch dann sehr gerne in unseren Verteiler auf und versorgen euch stets mit allen relevanten Informationen.

Aber auch die seelsorgliche Arbeit in kirchlichen – neben den diakonischen und caritativen Kontexten – spielt immer wieder eine Rolle in unserer Fachgruppe. So stellen wir euch den Erfahrungsbericht eines Pfarrers der Ev. Methodistischen Kirche vor, der unser Fachgruppentreffen anlässlich der DGSF-Jahrestagung 2017 in München besucht hat.

Eindrücke aus der Fachgruppe Seelsorge – Versuch einer Positionsbestimmung von Reinhard Wick

Was bedeutet es, wenn man als Pfarrer, Seelsorger und Theologe in Kontakt zur Systemik gerät? Meine Anwesenheit in der Fachgruppe Seelsorge beim Kongress gab mir den Anstoß, über diese Frage nachzudenken. Dabei eröffnete sich für mich ein weites Themenfeld.

Ich war zuvor beeindruckt, mit welcher Andacht das Plenum der Predigt von Frau Riedel gefolgt ist. Entschuldigung, wenn ich das so formuliere, das ist weder eine Kritik noch eine Abwertung des Vortrags von Frau Riedel. Es sind nur Beschreibungen für dasselbe mit Begriffen aus einem anderen Kontext. Und das ist nicht der einzige Punkt, an dem es mir so ergeht.

In meiner Auseinandersetzung mit der Systemik und in der damit verbundenen persönlichen Entwicklung gibt es eine ganze Reihe solcher Erlebnisse. Es ereignen sich in der Systemik Dinge, von denen mir die Kirche zwar oft erzählt, die es auch in der Kirche gibt, aber bei denen es häufig beim Anspruch bzw. bei der bloßen Ankündigung bleibt. Man hat mir in den verschiedenen seelsorgerlichen Schulungen oft gesagt, man müsse die Menschen „abholen“. Wie das geht und was das bedeutet habe ich in meiner systemischen Weiterbildung im ISTUP in Frankfurt gelernt. Immer wieder beobachte ich erstaunt, dass systemische Anliegen und Kategorien eine enge Verwandtschaft zu theologischen Themen und einer ideologiefreien Spiritualität haben. Wie gestalten sich Sinnerfahrung, Erfahrung von Zugehörigkeit und anderes? Das, was im kirchlichen Kontext verkündigt und angesagt ist, begegnet mir im säkularen Kontext der Therapie und Beratung und gestaltet sich dort.

In beiden Kontexten integriert, sehe ich die Verbindung und die Gemeinsamkeiten. Diese für mich bedeutungsvolle Erfahrung macht mich in beiden Kontexten zum Außenseiter. Die Gründe dafür sind vielfältig und vielschichtig. Doch ich gebe zu, dass der systemische Zugang in der Tat Kernbereiche meiner Tätigkeit in der Gemeinde grundlegend verändert hat. Ein Beispiel: Kann man systemisch predigen? Die erste Antwort muss ein eindeutiges „Nein“ sein. Kanzelrede ist traditionell die Verkündigung der einen und unveränderlichen Wahrheit. Beide Kontexte sind an diesem Punkt unvereinbar. So wird es wohl auch bei mancher Aufgeschlossenheit auf kirchlicher Seite empfunden. Systemiker und Systemikerinnen fragen mich von der anderen Seite dasselbe, bzw. ernte ich höfliches Schweigen, wenn ich mich wieder einmal als Pfarrer oute. Aber wie predigt man dann systemisch? Der Hauptpunkt liegt darin, dass ich mir erlaube, den Fokus, unter dem ich einen biblischen Text auslege, frei zu wählen. Dadurch entsteht ein grundlegend anderer Prozess in der Predigtarbeit und es kommt zu anderen Ergebnissen. Dies war das Ergebnis meiner Begegnung mit den Kolleginnen und Kollegen in der Fachgruppe Seelsorge. Systemik trifft Kirche. Auf der praktischen Ebene findet diese Begegnung seit langem statt. Auf der institutionellen Ebene konkret zwischen Verband und den Kirchen steht sie noch aus.

Aktuelles/Termine

Save the Date!
Die Fachgruppe Seelsorge und Fachgruppe Armut – Würde – Gerechtigkeit machen gemeinsame Sache! Am 27. April 2018 in Köln!
Schon im Forum Gesellschaftspolitik arbeiten wir eng zusammen an gesellschaftspolitischen Themen. Nun möchten wir diese Kooperation vertiefen. Denn wir denken: Zum Thema Würde gibt es vieles gemeinsam zu sagen und zu tun. Vormerken und dabei sein! Weitere Informationen gibt es Anfang 2018.

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Kontakt zum Fachgruppensprecher/zur Fachgruppensprecherin