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Fachgruppe Kinderorientierte Familientherapie (KOF)

Fachgruppe in Gründung

Was ist Kinderorientierte Familientherapie?

Kinderorientierte Familientherapie/KOF wurde von dem norwegischen Psychologen und Kinderpsychotherapeuten Martin Soltvedt in den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts entwickelt. Ziel ist der bessere Einbezug von Kindern in die Familientherapie (bzw. von Eltern in die Kindertherapie). KOF liegt zwischen Kinder- und Familientherapie.

Vorgehen: Dazu wird mit dem Kind gespielt, später auch zusammen mit den Eltern. Jedes Spiel wird auf Video aufgenommen und mit den Eltern nachbesprochen. So können Parallelen zum Alltag (Probleme, Ressourcen und Lösungswege) deutlich werden. Im Spiel können zudem Eltern von der therapeutischen Alter-Ego-Figur lernen und eigene neue Lösungsideen gefahrenfrei (im Vergleich zum Alltag) ausprobieren.

Besonders geeignet ist es, wenn Eltern ihre Kinder nicht verstehen, in der Erziehungsberatung, bei Tempo-Unterschieden zwischen Eltern und Kindern, Autismus, Loyalitätskonflikten, Fremdunterbringung etc.

Bild: Familie von oben    Bild: Dino


Setting/Rahmen und Ziel - Ablauf einer KOF-Behandlung

1. Erstgespräch mit den Eltern: (Joining, Anlass, Anliegen/Ziele, Auftrag, Kontrakt)
2. Therapeut und Kind spielen (ca. 15 min): Therapeutin bekommt eigenes Bild des Kindes (Entwicklungsniveau, Fähigkeiten zum Zusammenspiel, Besonderheiten im Kontakt)
3. Gespräch über das Spiel mit den Eltern: Was erkennen Sie wieder im Spiel ihres Kindes? Was braucht das Kind, damit Sie es zu erreichen?
4. Eltern und Kind spielen (15 min), Therapeuten Alter-Ego-Figur (wörtlich: Zweites-Ich-Figur) nimmt teil
5. Gespräch über das Spiel mit den Eltern
6. Eltern und Kind spielen evtl. mehrere Male, jeweils mit Nachgespräch

 

Verbreitung

  • seit den 1980er Jahren in Norwegen und Schweden als Behandlungs- und Untersuchungsmethode in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie der freien und öffentlichen Jugendhilfe und im Familiengericht.
  • Bis 2014 haben ca. 350 Menschen in Schweden und Norwegen an der zweijährigen Weiterbildung teilgenommen.
  • Zahlreiche Zeitschriftenveröffentlichung, ein Buch von Martin Soltvedt


Verbreitung in Deutschland

  • Insbesondere in der Jugendhilfe (Erziehungsberatung; AFT; Kinderschutz-Zentren; SPFH; Pflege- und Adoptionswesen)
  • Behandlung von Autismus
  • 2009 bis 2015 ca. 460 Menschen mindestens ein eintägiger Einführungskurs
  • Veröffentlichungen im Kontext (2006), ein Buch (Reiners, 2013), einige Buchkapitel, Zeitschriftenartikel von Kade in Systeme-Zeitschrift (im Druck)


Was soll in der Fachgruppe geschehen?

Fachleute, die sich für therapeutisches Rollen-Spiel mit der Familie interessieren, in einen Austausch bringen. Z. B.

  • Intervision, aber auch
  • Verbreitung der Methode,
  • Abgrenzung (was ist KOF, was nicht)
  • Weiterentwicklung (ungewöhnliche Kontexte, Störungsbilder etc.)

Dabei schwebt mir vor, ca. zweimal im Jahr ein Tagestreffen zu veranstalten. Möglicherweise zwischendurch Telefonate, Kleingruppentreffen oder ähnliches.

 

Viele Grüße
Bernd Reiners (www.kinderorientierte-familientherapie.de)
E-Mail: