Sie sind hier: Startseite / Aktuell / Meldungen / Erste Psychologische Psychotherapeutinnen mit Vertiefungsverfahren Systemische Therapie
Print

Erste Psychologische Psychotherapeutinnen mit Vertiefungsverfahren Systemische Therapie

Veröffentlicht: 24.04.2018, aktualisiert: 30.04.2018
Die DGSF gratuliert Astrid von Chamier und Katja Wrobel, den beiden ersten Psychologischen Psychotherapeutinnen mit Vertiefungsverfahren Systemische Therapie.
Erste Psychologische Psychotherapeutinnen mit Vertiefungsverfahren Systemische Therapie

Nach bestandener Prüfung: Katja Wrobel, Institutsleiter Andras Wienands und Astrid von Chamier (v.l.n.r.)

Astrid von Chamier und Katja Wrobel sind die ersten Psychologischen Psychotherapeutinnen, die ihre Approbation im Vertiefungsverfahren „Systemische Therapie“ erworben haben. Am vergangenen Freitag, 20. April, haben die beiden in Berlin ihre Approbationsprüfungen bestanden. 2014 hatten sie ihre Ausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin an der „GST Berlin“ begonnen.

Unter den schätzungsweise 2500 PsychotherapeutInnen, die in Deutschland jährlich ihre Approbationsprüfung ablegen, stechen Astrid von Chamier und Katja Wrobel mit einer Besonderheit heraus: denn obwohl Approbationsausbildungen mit dem Vertiefungsverfahren Systemische Therapie seit der Wissenschaftlichen Anerkennung 2008 rechtlich möglich sind, entscheiden sich aktuell noch über 99 % aller zukünftigen PsychotherapeutInnen für eine Ausbildung in einem der drei sozialrechtlich anerkannten Psychotherapieverfahren, also in Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierter Psychotherapie oder Psychoanalyse. Allerdings haben diese Mehrheitsverhältnisse offenbar weniger mit der größeren inhaltlichen Attraktivität dieser Verfahren zu tun, und dafür umso mehr mit den Rahmenbedingungen: die immer noch fehlende Kassenanerkennung für Systemische Therapie erschwert die systemische Approbationsausbildung erheblich. Institute stehen vor dem organisatorischen und finanziellen Problem, die Ausbildung ohne eine ermächtigte Institutsambulanz für praktische Behandlungsfälle durchführen zu müssen. Und wer als angehende/r PsychotherapeutIn eine Niederlassung mit Kassensitz anstrebt, geht oft lieber auf Nummer sicher und wählt die Approbation in einem Richtlinienverfahren. Bei gleichen Rahmenbedingungen, so ergab eine Umfrage von der Universität Kassel im Jahr 2014, würden sich 37 % aller Psychologiestudierenden für eine systemische Psychotherapieausbildung entscheiden.

An den drei systemischen Instituten, die Approbationsausbildungen mit dem Vertiefungsverfahren Systemische Therapie anbieten, sind aktuell in etwa 200 PsychotherapeutInnen in Ausbildung immatrikuliert. 2016 hatten bereits die ersten Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen ihre Approbationsprüfungen mit dem Vertiefungsverfahren Systemische Therapie bestanden.

Kerstin Dittrich, DGSF-Fachreferentin für Gesundheitspolitik, hat Astrid von Chamier und Katja Wrobel gefragt, warum sie sich trotz der bestehenden Hindernisse für eine Systemische Approbationsausbildung entschieden haben, wie sie ihre Ausbildungszeit erlebt haben und was sie nun vorhaben.