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Tagungsberichte

Tagunsgberichte und Berichte vergangener Veranstaltungen der Fachgruppe Armut - Würde - Gerechtigkeit

2017: Berichte vergangener Fachgruppentreffen und Tagungsberichte


Bericht des Fachgruppentreffens am 9. Juni 2017

Die Fachgruppe Armut – Würde – Gerechtigkeit hat am 9. Juni 2017 getagt.
Neben dem gegenseitigen Kennenlernen gab es viel Interesse an fachlichem Austausch und der Entwicklung von verschiedenen Projekten:
So möchten die Fachgruppenmitglieder sich in Zukunft noch mehr innerhalb des Verbandes zu aktuellen Armutsaspekten äußern. Es wurde auch darüber nachgedacht, einen KONTEXT-Artikel zu verschiedenen Perspektiven auf Armut zu erarbeiten und in Zukunft einen Fachtag zu veranstalten. In der Diskussion wurden verschiedenen Themenfelder gestreift: Bedeutung der Zuwanderung aus Osteuropa, Kinderarmut, Armut und Rechtsradikalismus, Wohnen und Armut... So bleibt die Arbeit der Fachgruppe nach wie vor aktiv. Wir freuen uns weiterhin über Zuwachs!

Im Januar 2018 wird wieder ein Fachgruppentreffen stattfinden, an dem sowohl Sprecherin Tanja Kuhnert als auch Sprecher Lars Anken vor Ort sein werden. Der Tagungsort wird vermutlich wieder Heidelberg sein. Im Juni 2018 soll erneut ein dezentrales Treffen stattfinden - vermutlich in West-(Köln), Südwest-(Landau) und Ostdeutschland (voraussichtlich Raum Magdeburg).

Interessent*innen können sich gerne an den Sprecher oder die Sprecherin der Fachgruppe wenden.

Herzlichen Gruß,
Tanja Kuhnert

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Tanja Kuhnert berichtet über den Public Health-Kongress am 16./17. März 2017, der unter der Überschrift „Gesundheit solidarisch gestalten" in Berlin stattfand.

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Bericht des Fachgruppentreffens am 13. Januar 2017 in Heidelberg

Armut – Würde - Gerechtigkeit

Die Fachgruppe Armut und System hatte zum Auftakt des Jahres ein Treffen in Heidelberg.  Neben „alten“ Hasen und Häsinnen, die schon zur Zeit der Fachgruppe Beratung von Menschen in Hartz IV aktiv waren, konnten neue Gesichter begrüßt werden. Der Einstieg war diesmal sehr persönlich. Die Teilnehmenden tauschten sich über ihre ganz persönlichen und teilweise sehr privaten Anlässen aus, die sie veranlasst hatten an diesem Treffen teilzunehmen und sich für die Gruppe Armut und System zu interessieren.

Lars Anken stellte dann Inhalte des Buches POOR ECONOMICS vor, welches durch die sehr genaue und differenzierte Analyse von Esther Duflo und Abhijit Banerjee einen weiteren  gut fundierten wissenschaftlichen Einstieg  in die spätere Diskussion bot. Der Kurzvortrag steht hier online.

Zum frühen Abend hin wurden Ideen entwickelt, für welche Unterthemen sich einzelne Fachgruppenmitglieder interessieren könnten. Diese Aufteilung ermöglich es der Gruppe in Zukunft mehrere Themen in den Blick zu nehmen und aktuell zu bleiben (zum Beispiel zur Kindergrundsicherung und den Entwicklungen im SGB II). Der Fachgruppenname wurde auf den Prüfstand gestellt, indem überlegt wurde, inwieweit er zu sehr zu einer Problemtrance einlädt. Diskutiert wurde eine Umbenennung in Fachgruppe Armut - Würde - Gerechtigkeit. Der Kreis der Anwesenden war sich einig, dass dies eine stimmigere und vielleicht ansprechendere Bezeichnung für diese Fachgruppe sein könnte.

Am Ende wurden noch Ideen für die Jahrestagung entwickelt, die nun auf ihre Umsetzbarkeit geprüft werden müssen. Man darf gespannt sein. Mit rauchenden Köpfen und vielen neuen Impulsen und Inspirationen endete das Treffen.

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2016: Aktionen, Treffen und Berichte


Von Wirtschaftsflucht und Willkommenskultur in Deutschland - Grenzen der Willkommenskultur in Deutschland?

Unter dieser Überschrift stand der Fachgruppenabend am 18. Februar 2016 in Köln.

Friedemann Riebe, der in der KONTEXT Ausgabe 3/2015 einen Artikel über seine Arbeit mit Roma-Familien in Köln veröffentlicht hat, war Referent des Abends.
Er stellte mit viel Fachexpertise dar, wie sich Armut in den Ländern Südosteuropas in den letzten Jahren dramatisch weiter entwickelt hat. Dabei wurde deutlich, welche Rolle die westlichen Industrieländer und nicht zuletzt Deutschlande dabei spielen. Eindrücklich war, wie durch die EU-Osterweiterung mit den mitgebrachten Normen, Werten und Vorgaben die Arbeit vieler Kleinbauern und Handwerksbetriebe fast unmöglich macht und Menschen in die Armut treibt.

Mit zahlreichen Beispielen und Fotos von seinen Reisen durch verschiedene osteuropäische Länder wurde Riebes Darstellung greifbar und sehr reell. Dabei wurde eindrücklich, wie insbesondere Roma-Familien in diesen Regionen diskriminiert werden und dadurch unter menschenunwürdigen Bedingungen leben.

Am Ende diskutierten die 12 TeilnehmerInnen was es für Menschen, die aus diesen Lebensumständen zu uns nach Deutschland kommen bedeutet, hier zu sein und unser System verstehen lernen zu müssen. Deutlich wurde, dass hier sehr unterschiedliche Systeme einander begegnen und lernen müssen, sich zu verstehen und zu respektieren. Das führt UnterstützerInnen wie Betroffene immer wieder an Grenzen, insbesondere, wenn verschiedene Vorstellungen von Kindererziehung aufeinander treffen.

Doch am Ende machte Friedemann Riebe anhand von Beispiel anschaulich deutlich, wie Geduld, Ausdauer und Neugierde an der anderen Kultur auch hier Türen öffnen und zu Veränderung führen können.


Internationale Systemische Armutsdiskussion - ein Tagungsbericht

Unter dem Titel "Social Systems and Family Systems between Crisis and Development: The Systemic Approach to the Poverties" fand vom 16. bis zum 17. Oktober 2015 in Mailand ein internationaler Kongress zum Thema Armut statt. Fachgruppensprecherin Tanja Kuhnert fasst in ihrem Tagungsbericht Inhalte der Vorträge zusammen, lässt aber auch persönliche Gedanken zum unterschiedlichen Umgang mit der Thematik in verschiedenen Ländern einfließen. Sie fordert dazu auf, dass auch SystemikerInnen sich Gedanken darüber machen, was sie zum Umgang mit Armut und Marginalisierung beitragen können.